28.02.2019 12:06 |

20 Tote in Bahnhof

Streit unter Lokführern löste Kairo-Inferno aus

Die Fahrlässigkeit eines Lokführers hat nach ersten Erkenntnissen der Ermittler das katastrophale Zugunglück in Kairo mit mindestens 20 Toten verursacht. Der Mann sei mit dem Fahrer einer zweiten Lokomotive in Streit geraten, weil sein Zug von diesem blockiert worden sei, teilte die ägyptische Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mit. Er habe darauf seine Führerkabine verlassen, um sich bei dem anderen zu beschweren - und dabei nicht die Zug-Bremse angezogen. Als der zweite Zug danach den Rückwärtsgang einlegte, nahm der erste wieder Fahrt auf. Er prallte gegen einen Betonblock am Ende des Gleises.

Der Lokführer nahm in einem Interview mit einem ägyptischen Fernsehsender die Schuld auf sich. Er habe seine Lok verlassen, um mit seinem Kollegen zu schimpfen, erklärte er. Er wisse nicht, wie sich sein Zug in Bewegung gesetzt habe. „Ich trage die Verantwortung für den Unfall“, sagte er. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Lok in einem schlechten Zustand und die Bremsen lose gewesen seien.

Von dem Unglück habe er zunächst nichts gewusst, weil er nach dem Streit nach Hause gegangen sei, sagte der Mann. Er wurde festgenommen.

Video: 20 Tote bei Zugunglück in Kairo

20 Tote, 40 Verletzte, Verkehrsminister zurückgetreten
Bei dem Unglück im Kairoer Hauptbahnhof waren am Mittwoch mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 40 Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Noch am Nachmittag trat Verkehrsminister Hischam Arafat zurück.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder schwere Zugunglücke in Ägypten gegeben. Ursache ist häufig der schlechte Zustand von Zügen und Gleisen sowie die mangelhafte Ausbildung von Zugführern.

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