26.02.2019 16:49 |

Letzte Asien-Etappe

„Krone“ mit Karin Kneissl auf Gandhis Spuren

Zwischen den Atommächten Indien und Pakistan stehen nach neuesten Luftangriffen die Zeichen auf Sturm. Zeitgleich herrscht in der größten Demokratie der Welt Wahlkampf. Ein Lokalaugenschein in Neu-Delhi.

Gelblich-grau ergießt sich die Smog-Suppe über die Stadt. Das Geruchskonglomerat aus Curry und nicht entsorgten Abfällen wirkt verstörend. Das Hupkonzert der Motorrikschas ist ohrenbetäubend. Am Straßenrand betteln Mädchen aus Rajasthan. In der 20-Millionen-Metropole Neu-Delhi hausen die meisten Einwohner in Slums. Elend als Alltag. 

Indien als Land der Gegensätze
Schauplatzwechsel nach Bangalore: Hier leben Internet-Investoren des neuen Silicon Valley im Luxus. „Indien bleibt ein Land der Gegensätze“, weiß unsere Botschafterin Brigitte Öppinger-Walchshofer. Auch weil das offiziell längst abgeschaffte Kastensystem in der Gesellschaft immer noch sehr präsent ist.

Aktuell tobt auf dem Subkontinent der Wahlkampf. Die Fronten in der größten Demokratie der Welt sind verhärtet. Hindu-Premier Narendra Modi von der BJP spielt angesichts schlechter Umfragen die Religions-Karte aus. Ihm gegenüber steht die Kongress-Partei. Oft enden Debatten blutig.

Für Gandhi Blüten regnen lassen
Doch was hält diesen Staat mit 1,3 Milliarden Menschen zusammen? Die „Krone“ begab sich in Indien auf Spurensuche und wurde z. B. im Smriti-Haus in Delhi fündig. Hier in der ehemaligen Birla-Villa hat Gandhi seine letzten 144 Tage verbracht, im Garten wurde er 1948 erschossen.

Mahatma Gandhi ist nach wie vor der Übervater. Der friedvolle Führer der Unabhängigkeitsbewegung von Großbritannien wird über alle Partei- und Kastengrenzen hinweg verehrt. Außenministerin Dr. Karin Kneissl trug sich nach ihrem Treffen mit Amtskollegin Sushma Swaraj am Dienstag in das Buch der Gandhi-Gedenkstätte ein und ließ in Erinnerung an den Nationalhelden Blüten auf den Rasen regnen.

„Das pazifische Zeitalter liegt vor uns“
Neu-Delhi war der finale Stopp Kneissls auf ihrer Asientour durch die vier höchst unterschiedlichen Länder Bangladesch, Nepal, Bhutan und Indien. Ihr Resümee: „Wir müssen raus aus dem eurozentrischen Denken und Richtung Asien blicken. Da geht es für Österreich aber nicht nur um große Player wie China oder Japan, sondern auch um Länder, die nicht gleich auf der Landkarte auftauchen. Das pazifische Zeitalter liegt vor uns.“

„Krone“-Reporter Gregor Brandl begleitet Aussenministerin Karin Kneissl

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