23.02.2019 17:00 |

Dritte Etappe Buthan

Kneissl im Himalaya: Audienz beim Drachenkönig

Die letzte Himalaya-Monarchie setzt auf Abschottung. Doch in Internetzeiten wird die Isolierung nun immer schwieriger... Gregor Brandl begleitete für die „Krone“ Außenministerin Karin Kneissl nach Thimphu in Bhutan.

Eine Brise vom Himalaya lässt die Tibet-Flaggen auf der Brücke tänzeln, doch im Tal kündigt der Rhododendron den Frühling an. Im Kyichu-Tempel versetzt ein buddhistischer Mönch eine Gebetsmühle in Schwingung.

Auf den ersten Blick scheint das Rad der Zeit stillzustehen in Bhutan, der letzten Monarchie der Region. Eingepfercht zwischen den Globalisierungs-Giganten China und Indien hat das Königreich sich für einen speziellen Weg entschieden, um seine Identität zu schützen. TV war bis 1999 verboten. Im Land gilt Rauchverbot. Der Umweltschutz ist in der Verfassung verankert. Vom Status quo konnte sich Außenministerin Kneissl am Samstag überzeugen.

Wichtige Aufbauarbeit geleistet
Es handelt sich um die dritte Etappe ihrer Asientour (zuvor besuchte sie Bangladesch und Nepal). Unser Land ist der einzige EU-Staat mit einer Vertretung vor Ort, einem ADA-Büro. Bhutan ist Schwerpunktland der rot-weiß-roten Entwicklungszusammenarbeit. Neben Geopolitik ging es bei Kneissls Treffen mit Amtskollege Tandi Dorji auch um dieses Thema. Ihre Bilanz: „Österreich hat hier wichtige Aufbauarbeit geleistet. Der Fortschritt verlangt nun nach einer neuen Phase der Entwicklungszusammenarbeit.“

Für Sonntag ist ein Palastbesuch geplant. Drachenkönig Jigme Khesar Wangchuck weilt anlässlich seines Geburtstags im Süden und gewährt seinen Untertanen dort eine Audienz. Aber auch sonst ist der Herrscher omnipräsent - von Plakaten bis zum Kaffeehäferl. Und wie zum Trotz gegen den Kontrollverlust ist er dabei stets in die Landestracht Gho gehüllt. Der Zahn der Zeit nagt auch an Bhutan.

Gregor Brandl, Kronen Zeitung

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