Sa, 23. Februar 2019
12.02.2019 09:00

Prozess in Innsbruck

Geiselnehmer wollte Kugel in Kopf: „Ich habe Aids“

Dieser Sommertag löst bei den drei Bankmitarbeitern noch heute beklemmende Gefühle aus: Ein Mann mit einem Messer stand plötzlich in ihrer Innsbrucker Filiale, fesselte sie und faselte etwas von seiner HIV-Infizierung. Dann wollte er von der Polizei erschossen werden. Der Prozess endete nun mit einer Einweisung.

 Nach mehrmonatiger Behandlung mit Medikamenten wirkte der Betroffene (42) erstaunlich normal, das Frage-Antwort-Spiel ging problemlos vonstatten.

Das war am 13. August in der Sparkassenfiliale in der Technikerstraße ganz anders: Im schizophrenen Wahn glaubte der Tiroler trotz gegenteiliger klinischer Befunde, er sei an HIV erkrankt. Außerdem lebte er im fixen Glauben, zahlreiche Menschen hätten auf seinen Namen eine Lebensversicherung abgeschlossen und würden viel Geld kassieren, wenn sie ihn umbringen würden. Dies und einiges an Alkohol hatte offenbar zur Tat in der Bank geführt.

Gefesselte Angestellte bangten wegen HIV
Mit zwei Küchenmessern bewaffnet tauchte der 42-Jährige in der Sparkassenfiliale auf und fesselte den Chef und zwei Bankmitarbeiterinnen mit mitgebrachten Abschleppseilen. Zwei weitere Anwesende sperrte er im Kundenraum ein. „Ich hatte ständig Angst, dass er uns mit HIV anstecken will“, sagte eine Bankangestellte als Zeugin. Denn während dieser dramatischen Minuten hatte der 42-Jährige seine vermeintliche Aids-Ansteckung thematisiert - und dass er sich von den herbeieilenden Spezialkräften der Polizei erschießen lassen wolle.

Frau leidet noch immer und kam nicht als Zeugin
Eine andere Zeugin konnte zum gestrigen Prozess nicht kommen, weil sie noch immer unter den Geschehnissen leidet. Unter den eingesperrten Kunden war eine Frau, die im Alltag an extremer Platzangst leidet. Die Polizei konnte dem Spuk zum Glück schnell ein Ende bereiten: Auf Zureden eines Verhandlungsführers sperrte der Geiselnehmer die Eingangstür auf und wurde blitzschnell überwältigt und festgenommen.

Behandlung hilft gegen wahnhafte Gedanken
Der psychiatrische Gutachter gestand dem 42-Jährigen zu, dass er auch künftig eher sich selbst als andere gefährden würde. Mit einer weiteren Behandlung würde man die diagnostizierte Schizophrenie recht gut in Griff bekommen können. Der Betroffene habe sich bereits von den wahnhaften Gedanken gelöst.

Einweisung in eine Anstalt
Das Urteil lautete auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, wo die Behandlung fortgesetzt wird. Der 42-Jährige schien dies einzusehen, er nahm die Entscheidung an.

Andreas Moser
Andreas Moser

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