Fr, 24. Mai 2019
07.02.2019 06:00

EU erteilte Zuschlag:

Eisenerz wird Hauptstadt der Menschenretter

Seit Monaten denkt die Politik laut über ein internationales Zentrum für Katastrophen-Übungen rund um den Erzberg nach. Nachdem der zuständige Vize-Landeshauptmann Michael Schickhofer den entscheidenden Zuschlag der EU-Kommission bekommen hat, stellt er heute einen entsprechenden Antrag in der Regierung.

„7,2 auf der Richterskala“ – so lautete die Annahme im Mai 2018, als Eisenerz Schauplatz einer internationalen Katastrophenschutzübung war. Einsatztruppen aus halb Europa probten das perfekte Zusammenspiel, das es braucht, um nach einem schweren Erdbeben zu retten, was zu retten ist.

Schickhofer machte Nägel mit Köpfen
Damals wurde die Idee geboren, Eisenerz dauerhaft auf der Landkarte der internationalen Trainingspartner zu etablieren. Acht Monate später kann Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer nun handfeste Ergebnisse vorweisen: Die EU-Kommission wird in den kommenden Jahren mehrere so genannte „Edrex“-Übungen (European Disaster Response Exercise) in der obersteirischen Stadt abhalten.

1,2 Millionen bekommen die Steirer von der EU sofort, um die nötige Infrastruktur zu schaffen. Eine zentrale Rolle in den Plänen spielt neben der Tunnelforschungseinrichtung Zentrum am Berg das Eisenerzer LKH, das seit Juli 2018 leer steht. Das Rote Kreuz erhält vom Land den Auftrag, für das Gebäude ein Konzept zu erstellen. „Es soll bei Übungen als Trainingskrankenhaus dienen – und als Simulationszentrum für alle Einsatzorganisationen“, erläutert Schickhofer.

Vision: „Kleiner UN-Sitz in der Obersteiermark“
Der hat jetzt, nach dem Zuschlag der EU, einen Fuß in einer noch viel größeren Tür: Die Vereinten Nationen, die bei den „Edrex“-Übungen im Konsortium sitzen, zeigen ebenfalls Interesse, in den Standort Eisenerz zu investieren. „Das wäre der Jackpot, und es ist nicht unrealistisch“, heißt es aus Schickhofers Büro.

Durch den Klimawandel werde die Frage, wie man Staaten, Regionen und Gemeinden krisenfester machen könne, immer brisanter für die internationale Gemeinschaft, erklärt der Landeshauptmann-Vize. Seine Vision: „Ein kleiner UN-Sitz in der Obersteiermark“, der nochmals mehr Arbeit und Wertschöpfung in die Region brächte.

Neue Arbeitsplätze sind bereits sicher
So oder so rechnet man aber für die nächsten Jahre mit einigen Dutzend neuer Arbeitsplätze durch die bereits fixe EU-Kooperation – vom Portier über die Reinigungskraft bis zum Katastrophenexperten. Das ist Musik in den Ohren von Bürgermeisterin Christine Holzweber, die allein durch die Schließung des LKH etwa 50 Arbeitsplätze verloren hat und nach wie vor mit einem Einwohner-Rückgang von etwa 100 Personen im Jahr konfrontiert ist.

„Das ist wieder ein Zahnrad, das greift“, so Holzweber erfreut. An der Finanzierung werde sich Eisenerz angesichts eines Budgetlochs von 2,1 Millionen Euro (Prognose für 2019) freilich nicht beteiligen können.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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