07.02.2019 06:00 |

Aufgriffe & Übergriffe

Ladendetektiv: „Zeiten sind schlimmer geworden“

Er wird in seinem Job verflucht, gekratzt und gebissen - und mit den Jahren hat sich die Situation immer mehr verschlimmert: Ein Innsbrucker Ladendetektiv schilderte der „Krone“ seinen Alltag in einem großen Geschäft in Zentrumsnähe. Dabei hat er alle Tricks und Eskalationen erlebt, die man sich ausmalen kann ...

Der Fall, der dieser Tage am Innsbrucker Landesgericht verhandelt wurde, war vergleichsweise harmlos. Ein Georgier, der bereits zum vierten Mal (!) als Dieb im Geschäft erwischt worden war, steckte sich erneut zwei Flaschen Whiskey zu je 38,90 Euro in die Tasche. Beim Kundeneingang wollte er dann hinausschlüpfen, wurde dort aber bereits vom Detektiv erwartet. „Wir haben ein wenig gerangelt“, spielte der Sicherheitsbeauftragte die Sache etwas herunter, als er nun als Zeuge vor Gericht auftrat.

Man sieht sich wieder
1200 Euro Geldstrafe und fünf Monate bedingte Haft setzte es für den Wiederholungstäter, der auch noch für einen Einbruch im Unterland verurteilt wurde. Ein unliebsames Wiedersehen im Geschäft ist leider nicht unwahrscheinlich, denn ein Einkommen hat der Georgier offenbar nicht.

Biss von Frau mit Hepatitis C
„Ein durchaus typischer Klient“, erklärte der Detektiv auf „Krone“-Nachfrage. Oft habe er Mitleid mit solchen Menschen, die aus purer Geldnot stehlen würden. „Der Whiskey war sicher nicht für ihn selbst, sondern er hätte ihn schwarz verkauft.“ Das Mitleid endet freilich, wenn eder Detektiv körperlichen Übergriffen ausgesetzt ist. „Ich wurde schon geschlagen, gekratzt und gebissen. Da blutet man auch schon einmal.“ Negativer Höhepunkt war eine Bisswunde durch eine Frau, die Hepatitis C hatte. „Ein Jahr lang musste ich mich an der Klinik mit Spritzen behandeln lassen.“ Zur Häufigkeit der Diebstähle sagt er: „Ein Fall kommt fast jeden Tag vor, bei einem Kollegen waren es vor Kurzem sechs!“

Diebe mit allen Finessen
Die Tricks der Diebe sind vielfältig: „Manche ziehen sich im Geschäft aus und mit Diebesgut neu an. Brillen stecken sich einige einfach in die Haare und wollen so bei der Kasse vorbeispazieren. Taschen mit doppeltem Boden sind fast schon der Normalfall.“ Die Chefetage verzichtet indes darauf, alle Waren mit Magnetstreifen zu sichern - „weil es sonst den ganzen Tag piepst“.

Andreas Moser
Andreas Moser

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