20.02.2019 06:06 |

Alle Altersgruppen

Handysucht: Immer mehr Österreicher sind betroffen

Insgesamt gehen Experten für Österreich von rund 75.000 Internetsüchtigen über alle Altersgruppen hinweg aus. Das besonders Schockierende daran ist der Anteil von etwa 10.000 Jugendlichen - was zweifelsfrei viel ist, aber es ist die Generation, die damit aufgewachsen und der Verwendung von sozialen Medien für Dazugehörigkeit in der Schule nahezu ausgeliefert ist. Mehr Achtsamkeit und Selbstkontrolle würde man hingegen von den Erwachsenen, die zudem eine Vorbildfunktion haben sollten, erwarten. Doch wenn nicht mal die es schaffen, sich der Angst etwas zu verpassen, zu entziehen und das Smartphone länger als 30 Minuten aus der Hand zu legen - wie sollen es dann die Jüngeren schaffen? Und ab wann spricht man eigentlich von Handysucht? Wir klären auf.

Ein Leben ohne Smartphone? Für viele unvorstellbar. Immer öfter fallen unter Experten die Wörter Abhängigkeit und Sucht in dem Kontext. Die, die entsprechende Anzeichen aufweisen, wollen es natürlich nicht wahrhaben. Genauso verhält es sich auch beispielsweise bei Spielsüchtigen. Ihr Krankheitsbild kommt dem eines sogenannten Nomophoben am nächsten. Informatiker Alexander Markowetz, der an der Universität Bonn zum Thema digitaler Burn-out geforscht hat, beschreibt es wie folgt: „Ich führe eine Handlung aus, und dann gibt es eine Überraschung. Die Handlung ist in diesem Fall der Knopfdruck zum Aktivieren des Displays. Was einem dann erwartet, kann alles sein: von weiteren Likes über eine Nachricht bis hin zu neuen Fotos der Freunde. Der Körper schüttet dabei das Glückshormon Dopamin aus. Das ist maximale Belohnung mit minimalen Aufwand.“

Zusammen mit der einfachen Mobilität sind das die größten Gefahren des Smartphones. Denn im Gegensatz zu Alkohol, Drogen, PC-Spiele, Sport oder Bulemie kann man sich der Handysucht immer und überall widmen - und geht dabei noch in der Masse der anderen mit einer ebenfalls kranken oder „gesunden" Nutzung unter. Die Folgen sind allerdings nicht zu unterschätzen: von starker gedanklicher und emotionaler Eingenommenheit über Entzugserscheinungen und Depressionen bis hin zu dem Verlust an Interessen, Hobbys, realen sozialen Kontakten und der daraus resultierenden Gefährdung des Berufs- oder Privatlebens.

Mit den folgenden Tipps und Büchern können Sie dem entgegenwirken:

        • Apps reduzieren - weniger Apps, fordern weniger Aufmerksamkeit
        • Freunde dahingehend erziehen, dass sie nicht immer sofort eine Antwort erwarten
        • Eine Armbanduhr und Wecker verwenden
        • Signaltöne reduzieren sowie die Benachrichtigung bei neuen Nachrichten und Likes ausschalten
        • Das Handy auch gelegentlich mal Zuhause lassen - etwa bei einem Kinobesuch, Dinner oder Netflixabend mit Freunden

100 Dinge, die du tun kannst, statt mit dem Handy rumzuspielen“, Ilka Heinemann

Sie tun es an der Haltestelle, vor der Kneipe und im Wartezimmer. Fast zwei Stunden verbringen Mitteleuropäer im Schnitt jeden Tag mit dem Smartphone - zwei Stunden, die man zum großen Teil auch anders nutzen könnte: zur Entspannung, zum Sammeln eigener Gedanken, im Gespräch mit realen Menschen. 97 weitere originelle wie auch charmante Ideen finden Sie in diesem Buch. Es ist zwar etwas größer als ein Smartphone, passt aber trotzdem in jede Handtasche. Für die Bedienung brauchen Sie kein Ladegerät, aber gelegentlich einen Stift.

128 Seiten
6,00 €
Hier geht‘s zum Buch. 

Digitale Erschöpfung: Wie wir die Kontrolle über unser Leben wiedergewinnen“, Markus Albers

Die digitale Arbeitswelt trat mit einem großen Versprechen an: kreativere und zufriedenere Mitarbeiter, produktivere Unternehmen. Tatsächlich sind flexible Arbeitszeiten und Home-Office heute oft Standard. Trotzdem sind viele Menschen durch die digitale Lebensverdichtung stärker belastet als je zuvor. Markus Albers, selbst Unternehmer und ursprünglich Verfechter des neuen Arbeitsmodells, experimentierte deshalb mit Nichterreichbarkeit und Not-to-do-Listen. Mit Führungskräften aus der Wirtschaft entwarf er Wege aus der digitalen Erschöpfung - und das zur rechten Zeit. Denn im Moment wird in den Unternehmen der Rahmen für digitales Arbeiten festgelegt. Ein smarter Wegweiser in Zeiten von Burn-out und Dauerstress.

288 Seiten
Gebundenes Buch 22,00 €, Kindle 16,99 €
Hier geht‘s zum Buch. 

Jetzt pack doch mal das Handy weg!: Wie wir unsere Kinder von der digitalen Sucht befreien“, Thomas Feibel

Kinder, die auf Handys starren: Der richtige Umgang mit Tablets und Smartphones ist zur erzieherischen Mammutaufgabe geworden. Wie können Eltern dem WhatsApp-Dauerchat etwas entgegensetzen? Sind handyfreie Zeiten sinnvoll? Was sind die Erfolgsrezepte anderer Familien? Deutschlands versiertester Medienexperte hat mit Eltern, Psychologen und Erziehern gesprochen und zeigt, wie wir uns exklusive Zeit für die Familie zurückerobern.

272 Seiten
Taschenbuch 9,99 €, Kindle 8,99 €
Hier geht‘s zum Buch. 

„Digitaler Burnout: Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist“, Alexander Markowetz

Zusammen mit seinem Team hat Professor Markowetz eine App entwickelt, die das Verhalten der Smartphone-Nutzer dokumentiert. Er kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Drei Stunden täglich befassen wir uns im Schnitt mit unserem Smartphone, 55 Mal am Tag nehmen wir es zur Hand. Ständig sind wir abgelenkt, unkonzentriert, gestört. Welche dramatischen Folgen die digitale Permanenz für unsere Gesundheit, unser Leben und unsere Gesellschaft hat und was wir dagegen tun können - diesen Fragen geht Alexander Markowetz in seinem brisanten Buch auf den Grund.

224 Seiten
Gebundenes Buch 19,99 €, Kindle 17,99 €
Hier geht‘s zum Buch. 

Generation Smartphone“, Pia Zimmermann

Sie wachsen auf mit dem Finger auf dem Display, spielen schon im Kindergarten Memory auf dem Tablet und bekommen spätestens ab zehn ohne Internet Entzugserscheinungen - eine neue Kindergeneration wächst heran: die Generation Smartphone.Die digitale Revolution hat unser aller Leben erfasst, und sie stellt Eltern und Pädagogen vor enorme Herausforderungen. Was ist der richtige Umgang mit Smartphone, Tablet und PC?Die Autorin gibt einen fachkundigen, umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends der Digitalisierung im Kinderzimmer: von sozialen Netzwerken, Computerspielen, von Gamedesign, digitalem Lernen, über Datensicherheit bis hin zu Cybermobbing, Sie zeigt deren Chancen und Herausforderungen auf und plädiert an alle, die mit Kindern leben, die gemeinsame digitale Zukunft verantwortlich mitzugestalten.

266 Seiten
Taschenbuch 15,99 €, Kindle 9,99 €
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Cyberkrank! Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert“, Manfred Spitzer

Die Digitalisierung unseres Alltags schreitet immer weiter voran - mit fatalen Auswirkungen auf Körper und Seele. Anhand neuer wissenschaftlicher Studien zeigt der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer in diesem kritischen Debattenbuch, in welchem Maß diese Entwicklung unsere Gesundheit bedroht. Wir werden cyberkrank, wenn wir den digitalen Medien die Kontrolle aller Lebensbereiche überantworten, stundenlang Online-Games spielen, am Bildschirm Multitasking betreiben und in sozialen Netzwerken unterwegs sind.

Stress, Empathieverlust, Depressionen sowie Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen sind die Folgen. Kinder werden in ihrer Motorik und Wahrnehmungsfähigkeit geschädigt. Computersucht, Internetkriminalität und Mobbing verbreiten sich immer mehr. Manfred Spitzer informiert in seinem neuen Sachbuch über alarmierende Krankheitsmuster, warnt vor den Gesundheitsgefahren der digitalen Technik und erklärt, wie wir uns schützen können.

432 Seiten
Taschenbuch 12,99 €, Kindle 10,99 €
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Digitale Depression: Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern“, Prof. Dr. Sarah Diefenbach

Ein wunderschöner Strand im Abendlicht, die Sonne verschwindet am Horizont. Ein ganz besonderer Moment, den man genießen sollte, im Hier und Jetzt. Doch immer mehr Menschen zerstören solche unmittelbaren Glücksmomente, indem sie ihr Smartphone zücken, um das perfekte Foto zu schießen - während der magische Augenblick vorbeizieht. Anschließend wird das Foto in den sozialen Medien gepostet.

Das Ziel: möglichst viele Likes und damit Selbstbestätigung zu bekommen. Wer hingegen zu Hause auf dem Sofa sitzt und die vielen tollen Urlaubsfotos, ausgefallenen Essen und sportlichen Erfolge seiner Kontakte verfolgt, fragt sich, wieso das eigene Leben so viel langweiliger ist als das der anderen.Beim Versuch, das Glück zu intensivieren (zu tracken, zu posten, zu teilen), verlernen wir, es direkt zu erleben.Eine Reise in das Seelenleben der Generation Smartphone.

240 Seiten
Gebundenes Buch 16,99 €, Kindle 12,99 €
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Diese Produktempfehlung entstand mit freundlicher Unterstützung von Amazon.
Die Preise können tagesaktuell abweichen.

Jasmin Newman
Jasmin Newman

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