Mi, 16. Jänner 2019

Kosmische Kollision

06.01.2019 12:30

Benachbarte Galaxie auf Crashkurs mit Milchstraße

Der Milchstraße steht ein Galaxien-Crash bevor: Die Große Magellansche Wolke, eine Begleiterin unserer Heimatgalaxie, wird in etwa 2,4 Milliarden Jahren mit ihr kollidieren. Das sagen Simulationsrechnungen einer Forschergruppe der Universität Durham in Großbritannien voraus. Die Astronomen halten es für möglich, dass bei dem Crash der beiden Galaxien auch unser Sonnensystem aus seiner Bahn geschleudert wird.

Die Große Magellansche Wolke ist die hellste Satellitengalaxie der Milchstraße. Das von der Südhalbkugel aus sichtbare Sternsystem besteht aus rund 15 Milliarden Sonnen. Es umkreist unsere Heimatgalaxie, die bis zu 300 Milliarden Sonnen besitzt, in rund 163.000 Lichtjahren Entfernung. Die Zwerggalaxie hat erst vor rund 1,5 Milliarden Jahren unsere kosmische Nachbarschaft erreicht.

Bisher hätten Astronomen angenommen, dass die Große Magellansche Wolke entweder die Milchstraße für viele Milliarden Jahre umkreisen oder dank ihrer hohen Eigengeschwindigkeit der Schwerkraft unserer Heimatgalaxie wieder entkommen und ins All entschwinden würde, erläuterte das Forscherteam um Marius Cautun in seiner im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ veröffentlichten Prognose. Die Supercomputer-Simulation sage nun eine Kollision mit der Milchstraße in rund 2,4 Milliarden Jahren voraus.

Milchstraße wird „einschneidend verändert“
„Während zwei Milliarden Jahre verglichen mit einem Menschenleben sehr lang sind, ist es nach kosmischen Maßstäben eine kurze Zeit“, unterstrich Cautun. Die Verschmelzung werde unsere Heimatgalaxie „einschneidend verändern“. Der Crash werde das zentrale Schwarze Loch der Milchstraße zu immenser Aktivität erwecken. Es werde sich große Mengen Materie einverleiben und dadurch auf die achtfache Masse zunehmen und einen sogenannten aktiven Galaxienkern bilden.

Sonnensystem könnte aus Bahn geworfen werden
„Dieses Phänomen wird mächtige Jets energiereicher Strahlung erzeugen, die knapp außerhalb des Schwarzen Lochs entspringen“, so Cautun. „Während dies unser Sonnensystem nicht beeinflussen wird, besteht ein kleines Risiko, dass wir nicht unversehrt der Kollision der beiden Galaxien entkommen, die uns aus der Milchstraße ins All schleudern könnte.“

Der Crash werde eine beträchtliche Zahl von Sternen aus der Scheibe der Milchstraße in den sogenannten Halo schleudern, eine kugelförmige Anordnung von Sternen, die unsere Heimatgalaxie umgibt. Dieser Halo wird den Simulationsrechnungen zufolge durch die Kollision auf das Fünffache anwachsen. Auch unser Sonnensystem könnte eventuell in den Halo geschleudert werden.

Allerdings wird sich unsere Sonne in etwa zu dieser Zeit bereits zu einem Roten Riesenstern aufblähen, wodurch es ohnehin zu heiß für Leben auf unserem Planeten werden wird. Falls die Menschheit dann noch existiert, muss sie sich eine andere Heimat gesucht haben.

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