25.12.2018 10:00 |

Mit Blaulicht ins Fest

Die „Krone“ besuchte Retter im Weihnachtsdienst

Unfälle und Krankheiten machen auch vor den Feiertagen keinen Halt. Damit trotzdem alles so glimpflich wie möglich ausgeht, sind Retter 24 Stunden im Einsatz. Die „Krone“ durfte sie im Weihnachtsdienst besuchen.

Es ist ein Tag wie jeder andere. Es ist kein Tag wie jeder andere. Im Notarztstützpunkt in Innsbruck (NEF) steht ein kleiner Baum in der Ecke. Ein goldener Stern sitzt leicht schief an der Spitze. Am Fenster hängt ein Adventskalender, am Schreibtisch sitzt Notarzt Hannes Reinstadler. Im Hintergrund tönt leise „merry christmas“ aus dem Radio. Es ist der 24. Dezember 2018 – und doch ein ganz normaler Dienst für Ärzte und Rettungskräfte.

Professionell wie jeden Tag
Denn „geht man emotional in eine Schicht, können Fehler passieren“, wie Sanitäter Rene Pak betont. Fehler, die sich das Team nicht erlauben kann und will. „Die Menschen sind freundlicher zu Weihnachten“, schildert Pak, der den Heiligen Abend zum fünften Mal nicht vor dem Baum, sondern hinterm Steuer des Einsatzfahrzeuges verbringt. „In Wahrheit freut sich aber niemand, wenn wir kommen“, fährt er fort, „denn das heißt, es ist etwas passiert.“

Alle freiwillig im Einsatz
„Wenn etwas passiert“ – und das tut es im Schnitt neun Mal pro Schicht – auch an den Feiertagen – sorgt heuer das NEF-Team Hannes Reinstadler, Rene Pak und Roman Prodinger gemeinsam mit der Rettung im Großraum Innsbruck dafür, dass alles so glimpflich wie möglich ausgeht. Sie sind freiwillig im Dienst, die Familien haben Verständnis. „Bei mir Zuhause wird morgen noch einmal Weihnachten gefeiert“, erzählt Reinstadler. „Meine Familie hat sozusagen heute Generalprobe“, schmunzelt er.

„Wir machen das gerne“
Unfälle und Krankheiten kennen eben keine Feiertage, die Professionalität in den Einsätzen auch nicht. Und doch. So ganz gewöhnlich ist der Weihnachtsdienst nicht. „Letztes Jahr haben wir zwischen den Einsätzen gekocht“, erzählt Prodinger. „Man gibt sich eben auch hier Mühe, weihnachtliche Stimmung zu verbreiten“, fährt Pak fort. Vier Knödel, einmal ausrücken. Zurückkommen, drei Knödel drehen. „Alle machen das extrem gerne“, sagt Prodinger. „Das ist die Basis für unseren Job, sonst würde es nicht gehen“, ergänzt Pak – und man merkt an der Art der Kommunikation, wie eingespielt das Team ist.

Jede Schicht ist anders
Spezielle „Weihnachtsnotfälle“ gibt es nicht. „Es ist immer was Anderes und man weiß nie, was kommt“, betonen die Retter. „Im vergangenen Jahr“, erzählt Pak, „wurden wir in ein Altersheim gerufen. Eine Dame ist verstorben. Wir haben ihre Tochter angerufen, sie weinte und erzählte, dass ihre Mutter immer 91 Jahre alt werden wollte. Das wurde sie – und schlief am 24. Dezember, an ihrem Geburtstag, friedlich ein.“

Weihnachtswunsch
Für heuer haben die drei einen besonderen Wunsch: „Ein Weihnachtsbaby wäre schön, das hatten wir noch nie.“

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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