17.12.2018 10:05 |

Negativer Einfluss?

Waldorfschule lehnt Kind von Rechtspolitiker ab

In Berlin ist ein heftiger Streit zwischen einer Waldorfschule und einem Rechtspolitiker entbrannt: Dem Kind des AfD-Politikers wurde der Zugang zu der Bildungseinrichtung untersagt - weil der Vater eben dieser Partei angehört. Nun wird diskutiert, ob damit gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstoßen wurde.

Das Kind besuchte bereits den in der Waldorfschule angeschlossenen Kindergarten - normalerweise hilft dieser Umstand bei der späteren Aufnahme in die Schule. Doch in diesem Fall war der Schulleitung die Mitgliedschaft des Vaters in der ausländerfeindlichen und nationalistischen Alternative für Deutschland (AfD) ein Dorn im Auge. Diese könne die anderen Privatschüler negativ beeinflussen, so die Befürchtung.

Der Entscheidung der Waldorfschule ging ein politisches Gespräch der betroffenen Eltern mit Lehrern der Privatschule sowie eine Elternversammlung voraus. Dann folgte die Absage: „Um eine einvernehmliche Lösung des Konflikts wurde gerungen - sie konnte aber nicht erreicht werden“, ließ der Trägerverein die „Berliner Zeitung“ wissen. „Angesichts dieses Konfliktes sieht die Schule keine Möglichkeit, das Kind mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen - beides sind Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern“, lautete die Begründung.

Für das kommende Schuljahr trudelten 140 Anmeldungen für die Schule ein - es werden jedoch nur 30 Plätze angeboten. Die Causa beschäftigt nun die Behörden: Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres will den Fall von der Privatschulaufsicht prüfen lassen.

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