10.12.2018 14:45 |

Amazonas-Riff bedroht

Umweltbehörde verbietet Ölbohrung bei Naturjuwel

Ein großer Ölgigant hat zugunsten eines seltenen und besonderen Ökosystems vor der Küste Brasiliens eine Niederlage einfahren müssen: Der Konzern wollte ausgerechnet in der Nähe des Amazonas-Riffs nach Öl bohren. Die Natursensation war erst vor zwei Jahren entdeckt worden und gilt als wichtigster meeresbiologischer Fund seit Jahrzehnten. Es ist das erste Riff, das im Mündungsbereich eines Flusses festgestellt wurde.

Einen Sieg für die Natur ist der Umweltschutzorganisation Greenpeace gelungen: Der französische Konzern Total wollte in der Nähe des Amazonas-Riffs nach fossilen Brennstoffen bohren - damit hätte er das einzigartige Ökosystem gefährdet. Greenpeace stieg gegen diese Pläne mit einer Kampagne auf die Barrikaden - mit Erfolg.

Der Konzern behauptete, seine Ölförder-Pläne würden das Naturphänomen nicht bedrohen, daher führte die Umweltschutzorganisation mehrere Schiffexpeditionen durch, die das Gegenteil feststellten. Die brasilianische Umweltbehörde gab Greenpeace schließlich recht: Die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt wurde zurückgewiesen.

Naturjuwel ist bislang noch nicht ausführlich erforscht
Das Riff ist mit einem Umfang von 56.000 Quadratkilometern etwa dreimal so groß wie Niederösterreich und wurde bislang noch nicht einmal ausführlich erforscht. Seine Umweltbedingungen machen das Riffsystem weltweit einzigartig. Tropische Korallenriffe brauchen Sonnenlicht und sauerstoffreiches Meereswasser, der Amazonas ist jedoch einer der schlammigsten Flüsse der Welt. „Einmal mehr hat Mutter Erde gezeigt, dass wir längst noch nicht alles über unsere Meere wissen“, so Greenpeace Meeres-Experte Lukas Meus.

Greenpeace: „Hände weg vom Amazonas-Riff“
Doch der Kampf gegen die Ölindustrie ist noch nicht ganz ausgefochten: Auch BP plant, in der Nähe des Amazonas-Riffs Ölbohrungen durchzuführen. Greenpeace hofft nun, dass die Entscheidung der Umweltbehörde „auch ein Warnsignal für andere Ölkonzerne“ ist, so Meus. An BP habe man eine klare Botschaft: „Hände weg vom Amazonas-Riff.“

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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