Di, 11. Dezember 2018

Bischof, Imam, Politik

05.12.2018 06:30

Steirische Schulen als „Arena“ der Religionen

Immer mehr Muslime in steirischen Pflichtschulen, immer mehr Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache. Für die steirischen Schulen gibt es große Integrationsaufgaben. Was sagen der steirische Bischof, ein Grazer Imam und die Politik dazu?

Fakten statt Vermutungen: Die „Steirerkrone“ ist in den vergangenen Tagen akribisch der Frage nachgegangen, wie es in den steirischen Pflichtschulen in Sachen Religion und Sprachkenntnisse wirklich aussieht. Zur Erinnerung noch einmal die wichtigsten Zahlen: 10 Prozent der steirischen Volksschüler und 9,5 Prozent der Schüler in den steirischen Neuen Mittelschulen, die den Religionsunterricht besuchen, sind mittlerweile muslimisch. 30 Prozent beträgt der Anteil der muslimischen Volksschüler in Graz. In den Neuen Mittelschulen sind es sogar 44 Prozent. 22 Prozent der steirischen Volksschüler haben eine andere Muttersprache als Deutsch. In den Neuen Mittelschulen beträgt der Anteil 13 Prozent. 53 Prozent beträgt der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache in den Grazer Volksschulen, in den Neuen Mittelschulen sind es 39 Prozent.

Religionsvertreter und Politik leiten daraus nun Handlungen und Forderungen ab…

Bischof: Kinder taufen lassen
Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl: „Die Schulen beschreiten in ihrer Eigenverantwortung unterschiedliche Wege. Grundsätzlich ist eine vielfältige Feierkultur, in der gelebte Wertschätzung sichtbar wird, aus christlicher Perspektive zu befürworten. Die hohe Zahl der Anmeldungen von Kindern zum Religionsunterricht, auch von Schülern ohne religiöses Bekennntis, zeigt, dass der Religionsunterricht ein Erfolgsmodell ist. Wir können als Kirche nur dazu ermutigen, Kinder auch taufen zu lassen.“

Imam: Zusammenleben muss funktionieren
Imam Fikret Fazlic, Islamisches Kulturzentrum Graz: „Die Frage darf nicht sein, ob das Zusammenleben der Schüler verschiedenster Glaubensrichtungen funktionieren kann - es muss funktionieren. Alle sind gefragt, einen Beitrag zu leisten.Christentum, Islam und Judentum verbindet viel mehr als sie trennt. Für mich spricht nichts dagegen, gemeinsame Gottesdienste zu feiern. Dass der Anteilmuslimischer Schülerwächst, ist für mich ein Anzeichen, dass die Welt ein großes Dorf geworden ist. Und das bietet sehr viele Chancen und Möglichkeiten.“

Lackner: Nicht dramatisieren, aber hinschauen
Die steirische Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ): „Es gilt, nicht zu dramatisieren. Eine Steigerung der Zahl von Kindern mit islamischem Bekenntnis oder einer anderen Erstsprache als Deutsch ist nicht gleichzusetzen mit einer Steigerung radikaler Tendenzen. Aber es gilt genau hinzuschauen. Dann sieht man, dass im Bildungsbereich vieles gut funktioniert. Wir haben Pädagogen in der Steiermark, die hervorragende Arbeit leisten. Die brauchen Anerkennung und Vertrauen.“

Kunasek: Klarer Forderungskatalog
Mario Kunasek, steirischer FPÖ-Landesparteiobmann: „Diese Maßnahmen fordern wir in der Steiermark: einen verbindlichen Wertekodex in Kindergärten und Schulen, die Vermittlung unserer Kultur und heimischer Werte, das Feiern traditioneller Feste, ein absolutes Kopftuchverbot in Kindergärten und Schulen - auch für Pädagoginnen, Deutsch als Schulsprache, eine stärkere Kontrolle des islamischen Religionsunterrichts, Sanktionen für Eltern, die ihre Kinder am Integrationsprozess hindern sowie die Einbehaltung freiwilliger Sozialleistungen des Landes.“

Hohensinner: Ethik und Kopftucherverbot
Der Grazer VP-Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner: „Ich plädiere für einen verpflichtenden Ethik- und Werteunterricht für alle. Der Religionsunterricht soll daneben weiterhin freiwillig besuchbar sein. Wir müssen die Integrationsfähigkeit einer Kommune wie Graz erhalten. Dabei ist die Zahl der zu Integrierenden ein ganz wichtiger Faktor. Deshalb brauchen wir eine restriktive Zuwanderungspolitik. Wir haben in Graz die Kreuzpflicht in den Pflichtschulen eingeführt. Für mich ist auch klar, dass es in Kindergärten und Schulen ein Kopftuchverbot geben muss - für Kinder und Pädagoginnen.“

Gerald Richter
Gerald Richter

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