Do, 21. Februar 2019
25.11.2018 13:39

Paul Bloder sagt:

„Der Urin läuft uns stets bei den Fenstern herein“

Einer der Leidtragenden des täglichen Party-Horrors in der Altstadt ist Paul Bloder, Sprecher der Altstadt-Betriebe. Im „Krone“-Interview schildert er unverblümt, wie sich der Urin in die Gebäude frisst, welcher Mehraufwand dadurch für die Betreiber entsteht und wie die Situation die Laune der Gäste schmälert.

Herr Bloder, Sie betreiben selbst Geschäfte in der Herzog-Friedrich-Straße. Wie hat sich die Lage durch den Party-Horror verändert?
Dass das öffentliche Urinieren zu einer derartigen Unart geworden ist, ist einfach nur scheußlich. Die Situation artet völlig aus, was zu Lasten der Betreiber geht. Um unsere Geschäfte zu schützen, müssen wir früher als geplant die Gitter vor den Fenstern schließen. Das bedeutet wiederum, dass die Kunden nicht mehr die Möglichkeit haben, sich von den Auslagen inspirieren zu lassen. Das ist geschäftsschädigend.

Werden durch das Urinieren auch die Gebäude in Mitleidenschaft gezogen?
Natürlich. Die Gebäude leiden sehr darunter, denn der Urin verschwindet nicht von heute auf morgen. Er frisst sich regelrecht in die Mauern hinein. Bei mir ist der Urin etwa bereits an der Steckdose angelangt, die sich rund 30 Zentimeter im Inneren befindet. Doch nicht nur der Urin ist das Problem. Die Partyleute übergeben sich auch regelmäßig vor den Geschäften, Hotels und Restaurants. Zudem konsumieren sie Drogen.

Und wie reagieren die Gäste bzw. die Touristen?
Die Kunden sehen die Missstände natürlich und machen sie auch zum Thema. Die umliegenden Hotels müssen teilweise sogar ihre Preise reduzieren, weil die Reklamationen der Gäste wegen Ruhestörung derart stark sind.

Ist die Polizei informiert?
Ich habe Beamten Bildmaterial geschickt, das sie zunächst nicht geöffnet haben. Doch mittlerweile ist die Polizei bemüht, uns zu helfen. Sie stoßen allerdings an ihre Grenzen. Das öffentliche Urinieren ist zwar verboten, doch die Beamten müssen die Personen in flagranti ertappen, um sie auch strafen zu können. Ein weiteres Problem ist der Alkohol, für die Altstadt gibt es nämlich ein Alkoholverbot.

Wie reagiert hingegen die Stadt Innsbruck auf die Exzesse?
Wir haben die Probleme dort deponiert, doch reagiert hat bis heute noch niemand.

Welche Lösungsvorschläge wären für Sie plausibel?
Der Konsum von Glühwein und Co. soll in Zukunft nur mehr im Lokal stattfinden und nicht mehr auf der Straße. Das Toiletten-Angebot muss erhöht und auch der Ausschank an offensichtlich Betrunkene muss hinterfragt werden. Außerdem sollten zu den Party-Stoßzeiten viel mehr Polizei-Kontrollen stattfinden.

Claus Meinert
Claus Meinert
Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
Markus Gassler
Markus Gassler

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