14.11.2018 15:05 |

Reise nach Indien

Steirischer Bischof besucht die „Unberührbaren“

Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl ist derzeit auf einer 14-tägigen Reise durch Indien. Dabei besuchte er Projekte der Dreikönigsaktion und der Katholischen Frauenbewegung - und ist damit konfrontiert, dass das Kastendenken dieses riesige Land nach wie vor prägt.

Seit Sonntag besucht Krautwaschl die indischen Bundesstaaten Bihar, Jarkhand und Kerala. Am Montag war der steirische Bischof im von Schwester Rose Plathottam betriebenen Zentrum Chetalanaya, eine Schule, die sich anfangs Kindern mit Polioerkrankung widmete.

Nur niedrigste Arbeiten
Die Kinder gehören zu den „Dalits“, den „Unberührbaren“, die aufgrund des indischen Kastenwesens diskriminiert und vom sozialen System ausgeschlossen sind. Die Kasten wurden zwar offiziell abgeschafft, aber das Kastendenken ist in der Bevölkerung immer noch allgegenwärtig. Die Dalits sind kastenlos und müssen ihre Häuser oft außerhalb der Dörfer errichten. Sie verrichten meist nur niedrigste Arbeiten, wie Toiletten reinigen oder Straßen säubern.

Teresa konnte nicht einmal stehen
Eine der Absolventinnen der Schule ist Teresa. Als sie mit 10 Jahren ins Zentrum kam, war sie von Kinderlähmung so gezeichnet, dass sie nicht einmal stehen konnte. Schwester Rose widmete sich ihr mit Behandlungen und Massagen, sodass sie mittlerweile nicht nur wieder die Fähigkeit normal zu gehen erlangte, sondern sogar Freude beim Tanzen hat. Nun ist sie 20 Jahre alt und unterrichtet nach einer staatlichen Lehrerausbildung selbst im Zentrum Chetalanaya.

Eltern HIV-positiv
Seit 2014 gilt Indien als frei von Kinderlähmung, deshalb werden seit damals auch andere Kinder im Zentrum aufgenommen, wobei der Großteil der Schülerinnen Hindu sind und nur wenige Christinnen. Supna kam bereits vor ein paar Jahren ins Zentrum. Beide Eltern waren HIV-positiv infiziert, der Vater ist bereits an AIDS gestorben.

Supna selbst hat die Krankheit nicht geerbt. Sie ist ein sehr aufgewecktes Kind und lernt fleißig. Im Zentrum von Schwester Rose sind die Dalit-Mädchen gut aufgehoben, bekommen eine gute Ausbildung und haben dadurch bessere Chancen auf ein glückliches Leben.

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