Mo, 19. November 2018

Streit um Schulden

09.11.2018 15:55

Ryanair-Flugzeug kurz vor Start beschlagnahmt

Normalerweise werden Gegenstände wie Schmuck, teure Möbel oder Elektronik beschlagnahmt, wenn man seine Schulden nicht begleichen kann. Ein Gerichtsvollzieher hatte es in Frankreich mit einem etwas größerem Kaliber zu tun: Er nahm eine Boing 737 als Sicherstellung, weil die Billig-Airline Ryanair ihre Schulden nicht begleichen wollte. 149 Passagiere strandeten deshalb kurzfristig am Flughafen von Bordeaux.

Die Maschine hätte am Donnerstag um 18 Uhr mit dem Ziel London abheben sollen. Doch bevor die Fluggäste einsteigen konnten, schnappte sich ein Gerichtsvollzieher in Begleitung der Polizei das Flugzeug.

Grund dafür sind 525.000 Euro, die Ryanair dem Department Charente schuldet. Da sich die Flugline bisher weigerte, den Betrag zu zahlen, setzten die französischen Behörden diese ungewöhnliche Maßnahme.

Die Passagiere warfen Ryanair nach dem Vorfall vor, dass man sie nicht ausreichend informiert habe. Die Polizei habe sie schließlich über den Konflikt der Airline mit den Behörden aufgeklärt. Die Fluggäste wurden erst fünf Stunden später mit einem anderen Flugzeug nach London gebracht.

Die Luftfahrtbehörde bedauerte die Umstände für die Fluggäste, betonte jedoch, dass dies die einzige Möglichkeit sei, an das Geld zu kommen. „Das Flugzeug bleibt so lange beschlagnahmt, bis die geforderte Summe gezahlt ist“, zeigt sie sich kampfbereit.

Gericht entschied: Förderung muss zurückgezahlt werden
Bei den Schulden handelt es sich um eine Förderung, die die Fluglinie erhielt, weil sie eine Flugverbindung von Angouleme nach London errichtete. Als Ryanair mehr Geld verlangte, weigerte sich die Flughafenbetreibergesellschaft des Départements. Die Verbindung wurde daraufhin wieder eingestellt. Ein Verwaltungsgericht entschied, dass die Airline das Geld zuzüglich Gerichtskosten zurückzahlen muss, die Firma scheiterte mit einer Berufung gegen dieses Urteil. Zahlen wollte Ryanair bislang dennoch nicht.

Das dürfte sich nun geändert haben: Ryanair sagte zu, im Laufe des Freitags das Geld zu zahlen. „Nur weil wir einen kleinen Flughafen in der Charente betreiben, heißt das nicht, dass wir uns nicht verteidigen können“, meinte der Chef des Betreibers der Flughäfen der Charente, Didier Villat, der Zeitung „Sud Ouest“.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Frankfurt-Knipser
Top-Klubs angeln nach Hütter-Schützling Jovic
Fußball International
Alle im Lottofieber
Was würden Sie mit 14 Millionen Euro machen?
Leseraktionen
Neuen Namen gefunden
Klub der Liste Pilz heißt ab sofort JETZT
Österreich
„Habe Gründe genannt“
Causa Sane: Löw widerspricht seinem Vize-Boss
Fußball International
Kritik an Plänen
FIFA-Ausverkauf? „Infantino schlimmer als Blatter“
Fußball International
„Albtraum“
P. Diddy: Berührende Worte zum Tod von Kim Porter
Video Stars & Society
Milliardär zu Besuch
Kurz und Soros sprachen über Migration und CEU
Österreich
Sieben Siege für Foda
ÖFB-Team war heuer so gut wie seit 36 Jahren nicht
Fußball International
Nations League
„Fest beim Absteiger!“ Holland verhöhnt Deutsche
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.