Sanitäter als Hebammen

Start ins Leben auf Autobahn

Niederösterreich
22.10.2018 12:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Welche Ortsangabe wird wohl auf dem Geburtsschein des kleinen Emir stehen? Der Bub erblickte nämlich auf der Südostautobahn das Licht der Welt. Bei seiner Mutter Fatma E. hatten auf der Fahrt ins Krankenhaus die Wehen eingesetzt. Drei Samariterbund-Sanitäter machten professionell den Rettungswagen zum Kreißsaal.

Es war am späten Nachmittag, als Notfallsanitäter Thomas Poms vom Samariterbund in Ebreichsdorf zu einem Einsatz in den Nachbarort Unterwaltersdorf beordert wurde. Mit den Zivildienern Markus Schöppl und Oliver Strauss machte er sich auf den Weg, um die hochschwangere Fatma E. ins Spital nach Baden zu bringen - reine Routine also. Doch weit gefehlt. „Nach nur sechs Minuten Fahrt setzte mitten auf der A 3 der Geburtsvorgang ein“, so Poms. Doch er und seine jungen Sanitäter-Kollegen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen: „Wir stoppten auf dem Pannenstreifen und kümmerten uns um die Patientin.“ Und dann ging alles ganz schnell: „Binnen weniger Minuten kam der kleine Emir zur Welt“, schildern Schöppl und Strauss.

Für die Zivildiener sowie auch für Notfallsanitäter Poms war es der erste Einsatz als „Hebammen“. Emir - 46 Zentimeter groß, 2112 Gramm schwer - und Mutter Fatma sind wohlauf.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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