Mi, 21. November 2018

Idee für alle Kirchen?

21.10.2018 15:10

Klingelbeutel kann jetzt bargeldlos befüllt werden

Wer beim Gottesdienst kein Bargeld dabei hat, soll in Deutschland künftig trotzdem spenden können. Mit einem sogenannten digitalen Klingelbeutel will die evangelische Kirche das Opfergeld auch per Kredit- oder Bankomatkarte einsammeln. Und das ohne PIN-Code oder Unterschrift. Im Advent werden die ersten Testgeräte gestartet. Ziel sei es, einen „Schritt in die Zukunft“ zu machen.

Bereits Anfang Juli wurde der zum Patent angemeldete Prototyp in Berlin vorgestellt. „Den Prototyp haben wir gemeinsam mit zwei Partnerfirmen entwickelt, jetzt nehmen wir erst einmal fünf Geräte für einen Pilotversuch ab“, sagte Eckard Wilms von der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank). Damit die Opfergeld-Einsammlung möglichst rasch über die Bühne geht, sind sechs verschiedene Geldbeträge bereits voreingestellt. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es in der Kirche eine stabile drahtlose Internetverbindung gibt - sonst können keine Spenden abgebucht werden.

Obergrenze liegt bei 25 Euro
Die Obergrenze liegt bei 25 Euro. Ein Beleg wird nicht gedruckt, auf dem Kontoauszug wird die Transaktion als Spende ausgewiesen, etwa für die für Steuererklärung. „Wem das zu umständlich ist, der kann den Klingelbeutel wie bisher mit Münzen oder Scheinen befüllen“, versicherte Wilms. 2019 sollen auch digitale Opferstöcke und Kollektenkörbe getestet werden.

„Vorteil für Kirchen mit viel Publikumsverkehr“
Die ersten Versuche für bargeldlose Spenden während der Gottesdienste gab es in Deutschland schon vor etwa zehn Jahren. Allerdings noch mit Eingabe des PIN-Codes. Daran sei es auch gelegen, dass sich die Technik nicht durchgesetzt hat, so Wilms. „Es war zu umständlich, immer die Karte in den Schlitz zu stecken, den Betrag und dann auch noch die Geheimzahl einzugeben und auf einen Beleg auf Papier zu warten. Mit den neuen Geräten geht das alles viel schneller, das ist vor allem für Kirchen mit viel Publikumsverkehr ein großer Vorteil.“

Auch in Schweden und Großbritannien kann bereits bargeldlos gespendet werden
Neu ist dieses System allerdings nicht. Um das Spendenaufkommen zu erhöhen, führte die anglikanische Kirche in 16.000 Kathedralen in Großbritannien heuer im März das kontaktlose Bezahlen bei Gottesdiensten ein. In Schweden wurde bereits 2009 in einer Kirche in Helsingborg der erste bargeldlose Opferstock aufgestellt. Mittlerweile sind bereits rund 300 Kirchen in Schweden damit ausgestattet. Die Höhe der Bargeldspenden habe sich laut Wilms seither verfünffacht.

In Österreich noch nicht möglich
Bargeldloses Spenden ist in Kirchen in Österreich noch nicht möglich, es sei jedoch nur eine Frage der Zeit, hieß es Mitte Juli seitens der evangelischen Kirche. „Natürlich ist das auch abhängig davon, wie technisch begeistert der Pfarrer der Gemeinde ist“, sagte Pfarrer Michael Wolf gegenüber orf.at. „Die evangelische Gemeinde ist dem prinzipiell aufgeschlossen, es wird aber bestimmt nicht flächendeckend, sondern eher punktuell in einigen Gemeinden sein.“

 krone.at
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