Sa, 17. November 2018

Ragginger See

21.10.2018 09:00

Hunderte Fische verendet

Als einen „unglaublichen Umweltskandal mit viel Tierleid“ bezeichnet Gerhard Fischer aus Salzburg die Szenen vor einer Woche am Ragginger See bei Elixhausen. Dieser wurde zum Abfischen abgelassen, hunderte Fische erstickten im Schlamm qualvoll. „Von unglücklichen Umständen“, spricht der Landesfischereiverband.

Der Ragginger See am Voggenberg bei Elixhausen ist ein Gewässer von beachtlicher Größe und wurde vor einer Woche zum Abfischen abgelassen. „Das machen die Besitzer seit Generationen jedes Jahr“, bestätigt Daniela Latzer, Geschäftsführerin vom Landesfischereiverband. Heuer ging aber etwas schief. „Meine Tochter informierte mich am diesen Abend, als sie zufällig dort spazieren war, dass viele Fische im Schlamm ersticken und sich nur noch in kleine Lachen Leben regt“, sagt Gerhard Fischer aus Salzburg, der selbst Fischereimeister ist. Nur mit einem Nylon-Sack ausgerüstet startete sie eine aussichtslose Rettungsaktion und brachte viele Fische in den nahen Lugingersee. Am darauffolgenden Tag halfen auch Fischer und seine Frau mit, watteten stundenlang durch den tiefen Schlamm. Viele Tiere verendeten trotzdem. Aber wie kam es dazu?
Teiche und See in dieser Größenordnung werden abgelassen und mittels eine Netzes die Fische zusammengetrieben. Danach wird der Abfluss gesperrt und das Gewässer füllt sich wieder. Aber nicht diesmal. „Viele unglückliche Umstände führten zu einer Verkettung von Ereignissen“, sagt Latzer. Durch die heurige Trockenheit wurde der See nach dem Ablassen wieder mit zu wenig Wasser gespeist, heißt: er füllte sich für die verbleibenden Fische zu langsam. „Durch die Wärme kam auch noch Sauerstoffmangel dazu“, erklärt Latter. Die Fische hatten also in den kleinen Tümpeln kaum eine Chance. Laut dem Verband „versuchte der Besitzer alles um die Fische zu retten und hatte auch genug Helfer.“ Irgendwann wurde es aber doch zu viel. „Alle Beteiligten waren mit den Nerven fertig. Mit sowas rechnet man nicht“, erklärt der Verband die Situation.
Laut Verband muss man sich die Gegebenheiten für die Zukunft genau anschauen. Falls es in den nächsten Jahren auch so trocken bleibt, wird der Besitzer das Fisch-Gewässer wahrscheinlich aufgeben. „Es war um jeden Fisch schade und man muss daraus lernen“, sagt Latzer.

Felix Roittner
Felix Roittner

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