So, 18. November 2018

In Frohnleiten

19.10.2018 23:00

Stillgelegtes Bergwerk: Gemüsegärten bleiverseucht

Am Freitagabend wurden Bewohner von Frohnleiten in einer kurzfristig einberufenen Bürgerversammlung darüber informiert, dass der Boden, auf dem ihre Häuser stehen und auf dem sie Gemüse und Obst anbauen, kontaminiert ist. Es bestehe zwar keine akute Gesundheitsgefahr, Langzeitfolgen seien aber nicht ausgeschlossen.

In der Schrems, wie der Ortsteil von Frohnleiten heißt, waren heuer im Juli im Bereich des alten Gemeindeamts Bodenproben genommen worden. Es handelt sich um eine so genannte Verdachtsfläche. Früher einmal gab es in der Gegend ein Bergwerk, das aber schon vor langer Zeit stillgelegt worden ist. Heute stehen dort Mehrparteien- und Einfamilienhäuser.

Es wurde eine erhöhte Belastung mit Schwermetallen festgestellt. Daraufhin wurden auch Pflanzenproben genommen, die von der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) untersucht wurden. Am Freitag lag das Ergebnis vor. Demnach gibt es auf dem Areal eine erhöhte Belastung mit Schwermetallen, vor allem Blei und vor allem in Wurzelgemüse.

Diese schlechte Nachricht musste der Bürgermeister der Gemeinde, Johannes Wagner, den insgesamt 70 Betroffenen am Nachmittag überbringen. Am Abend gab es dann eine Bürgerversammlung. Auch Experten des Landes waren vor Ort.

„Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität“, betont Wagner. „Die Bleikonzentrationen lassen zwar kein Auftreten akuter Vergiftungserscheinungen befürchten“, Langzeitfolgen seien aber nicht ausgeschlossen, sagen die Experten.

Es sind weitere Untersuchungen geplant
Gemüse, wie etwa Karotten und Petersilie, aber auch Obst, das dort angebaut wurde, sollten nicht gegessen werden. Das Grundwasser sollte nicht zum Gießen verwendet werden. Und Babys sollten keinesfalls Erde in den Mund nehmen - und daher nicht unbeaufsichtigt im Freien spielen.

„Die Betroffenen haben es gefasst aufgenommen“, sagt Wagner. Sie werden nächste Woche zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Weitere Untersuchungen, auch des Grundwassers, sind ebenfalls geplant.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter

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