Prozess in Ried

Kebap-Stand wegen Versicherung abgefackelt

„Heiße Sanierung“ - Der Betreiber steckt hinter zwei Brandstiftungen bei einem Kebap-Stand in Braunau. Am Donnerstag sollte sich der gebürtige Türke in Ried gemeinsam mit zwei Komplizen vor Gericht verantworten. Doch der Anstifter kniff vor dem Prozess.

Der Hintergrund für die Taten: Die Bezirkshauptmannschaft hatte dem Betreiber einer Döner-Bude in Braunau Umbauten vorgeschrieben. Als er diese nicht bezahlen konnte, gab es Verwaltungsstrafen. Und der 57-Jährige entschied sich für eine „heiße Sanierung“ um Geld von seiner Versicherung zu kassieren. Er heuerte einen Türken (39) an, dieser engagierte einen Italiener (20), der das Feuer legen sollte. Er stahl auch Bargeld, um einen Einbruchsdiebstahl vorzutäuschen.

Zwei Brandstiftungen
Beim ersten Anlauf in der Nacht vom 18. auf den 19. April misslang die Brandstiftung, vier Tage später gab es einen zweiten Versuch mit Brandbeschleuniger. Der Imbissstand brannte zur Gänze aus. Schaden: 116.000 Euro. Doch die Polizei kam dem Trio rasch auf die Spur.

Teilweise bedingte Haftstrafen
Nun sollten die Brandstifter in Ried vor Gericht. Die Anklage lautet auf Brandstiftung, schweren Betrug sowie unerlaubten Umgang mit Suchtgiften, weil bei einem Angeklagten auch Drogen gefunden wurden. Die beiden Angeklagten, die zur Verhandlung vor Richterin Claudia Lechner erschienen waren, legten ein Geständnis ab. Der 20-Jährige, der die Feuer gelegt hatte, sagte aber aus: „Ich wusste nicht, dass es um Versicherungsbetrug geht.“ Er wurde zu acht Monaten bedingt verurteilt, sein Komplize fasste 12 Monaten teilbedingte Haft aus. Die Staatsanwaltschaft gab dazu keine Erklärung ab - die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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