Mi, 21. November 2018

Protestaktion

15.10.2018 07:19

Kopfschütteln über Damm-Modell in Strass

Ein 1:1-Modell sagt mehr als 1000 Worte - dies dachte sich Alfred Enthofer aus Strass, als er vor seinem Wasserfischerhof mit einem Holzgestell und Seilen die Dimension eines künftigen Hochwasserschutzdammes nachstellte und seinen Protest ausdrückte. Mehr als 100 Einheimische teilten am Sonntag seine Befürchtungen.

Enthofer ist Obmann des Vereins „Hochwasserschutz für Tirol“, in Strass bewirtschaftet er direkt am Inn rund sechs Hektar Fläche. Seine Sorge: 5 Millionen m³ Wasser sollen im Ernstfall auf den Feldern des Ortes „geparkt“ werden. „Eine Größenordnung, die völlig undenkbar ist“, schnaubte der streitbare Landwirt, als er umringt von ebenfalls skeptischen Einheimischen vor seinem Hof stand.

Seile und sechs Meter hohes Gestell
Um möglichst viele Gleichgesinnte zu mobilisieren, stellte er den Damm anschaulich nach. Sechs Meter hoch ragt das Gestell vor seinem Hof in die Höhe, rot umwickelte Seile zeigen die Neigung. Die Botschaft per Transparent: „Stoppen wir dieses größenwahnsinnige Monsterprojekt!“ Die Anwohner ließen selbst Dampf ab: „Wir im Unterland sollen das Wasser von ganz Tirol aufnehmen - das darf nicht sein.“ Eine Unterschriftenliste kursierte, doch nicht alle sind optimistisch, am Jahrhundertprojekt rütteln zu können.

Wasser schon in Tälern auffangen
Enthofer brachte einmal mehr eine Alternative - Retentionsräume in den Tälern - ins Spiel. Und verwies auf die Staudämme im Zillertal („der Ziller rinnt bei jedem Wetter gleich“). Eine Studie hatte Retentionsflächen in anderen Tälern und deren Wirkung aber als unrealistisch abgetan. Strass gehört zu den zehn Gemeinden zwischen Pill und Reith im Alpbachtal, die einen von drei künftigen Wasserverbänden bilden sollen. Viele Details sind noch offen.

Andreas Moser
Andreas Moser

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