Do, 18. Oktober 2018

„Es ist mein Leben“

09.10.2018 14:01

Motorsport-Fanatiker baut sich Rennstrecke um Haus

Drift-Enthusiasten müssen oft viele Kilometer zurücklegen, um ihre Leidenschaft auf einer Strecke ausleben zu können - nicht so der Rennsport-Enthusiast Takeshi Teruya. Er muss einfach nur vor die eigene Haustür treten. Der vom Motorsport besessene Vater von zwei kleinen Töchtern hat umgerechnet rund 9000 Euro dafür ausgegeben, sein Zuhause in eine Rennbahn zu verwandeln, indem er sie kurzerhand um sein eigenes Haus baute. „Ich liebe es zu driften, seit ich gelernt habe zu fahren“, sagt er. „Es ist mehr als nur ein Hobby, es ist mein Leben.“

Takeshi Teruya aus Japan ist ein selbst ernannter Drift-Fanatiker. Er wusste genau, wie sein Traumhaus aussehen muss, und als er sein erstes Haus in Hamilton auf der nördlichen Insel Neuseelands kaufte, verschwendete er keine Zeit und setzte seine Fantasie in die Realität um.

Der 37-jährige Mechaniker baute auf seinem Grundstück eine 130 Meter lange Drift-Strecke, die ihn eigenen Worten zufolge zum „glücklichsten Mann“ in Neuseeland gemacht habe.

Teruya, ursprünglich aus Saitama nördlich von Tokio in Japan, hatte es 2007 als internationalen Studenten nach Neuseeland verschlagen. Weil Land in Japan knapp und sehr teuer sei, sei es ein fast unmöglicher Traum, dort sogar ein kleines Grundstück zu besitzen, so der Mechaniker. Als er dann 2013 in Neuseeland zufällig bei einem Besuch bei seinem früheren Arbeitgeber auf das Grundstück stieß, hätte es in seinem Gehirn sofort „wild zu rattern begonnen“.

„Vor ein paar Jahren besuchte ich das Leadfoot-Festival in Hahei, wo die Rennen in der Einfahrt der Kiwi-Motorsportlegende Rod Millen stattfanden“, erinnert sich Teruya an die ursprüngliche Inspiration zu seiner ganz privaten Rennstrecke. „Das hat mich sehr inspiriert, und als ich zurückkam, habe ich angefangen zu planen, wie ich meine eigene Drift-Strecke bei meinem Haus haben kann“, so der 37-Jährige.

Rennstrecke wurde um 9000 Euro Realität
Teruya zögerte nicht lange, kaufte das Haus samt Grundstück für umgerechnet rund 205.000 Euro, wobei er etwa 22.000 Euro mehr bezahlen musste, um die Rennstrecke um das Haus anlegen zu dürfen. Die Strecke selbst musste der Mechaniker dann mit kleinem Budget Realität werden lassen. Er fand einen Lieferanten für recycelten Asphalt und machte den größten Teil der Arbeit selbst. Letztlich schaffte es der Drifting-Enthusiast, das Projekt für etwas mehr als 9000 Euro umzusetzen. Sein Glück dabei sei gewesen, dass in der Straße fünf weitere Motorsport-Fans leben, darunter sein Ex-Chef. „Meine Nachbarn haben viel beim Bau der Strecke geholfen, besonders mein Ex-Chef und ein anderer, der Bauarbeiter ist“, so Teruya.

Teruya, der einen Nissan Skyline 370GT fährt, dokumentierte das Projekt und teilte es auf seinem YouTube-Kanal NZ Drift Life. „Ich möchte anderen zeigen, dass es kein unmöglicher Traum ist, eine eigene Rennstrecke in ihrem Hinterhof zu haben.“ Und der Lärm? „Er driftet wirklich nicht sehr oft zu Hause und uns stört der Lärm wirklich nicht“, sagt sein früherer Arbeitgeber und Nachbar.

Ehefrau hält Teruya für „verrückt“
Teruyas Frau Yoshie denkt hingegen, dass er „verrückt“ ist. „Welcher normale Mensch baut eine Rennstrecke um sein eigenes Haus? Er ist ein Vater, aber es scheint, als wäre er nicht erwachsen geworden“, scherzt sie über die Obsession ihres Gatten und räumt zugleich ein, dass sie sich schon freue, die Strecke und das Haus zu haben. Ihre beiden Töchter Anna (3) und Sara (1) würden die Rennstrecke ohnehin öfters als der Vater benutzen. „Es ist wirklich gut fürs Rollerfahren und Laufradfahren der Kinder, also müssen wir jetzt nicht einmal in die Parks gehen.“

Beim Driften versucht der Fahrer sein Fahrzeug bewusst zum Übersteuern zu bringen, während er die Kontrolle und ein hohes Fahrtempo beibehält. Bei diesen Fahrmanövern zeigen die gelenkten Vorderräder zur Kurvenaußenseite, die hinteren Räder haben einen höheren Schräglaufwinkel als die Vorderräder.

Als Motorsport-Wettbewerb wird das Driften weltweit ausgetragen, wobei es auf Geschwindigkeit, Driftwinkel und Eleganz der Drifts ankommt. Es wurde zuerst in Japan populär und erfreut sich mittlerweile weltweit großer Beliebtheit. Teruya nahm an Drift-Bewerben in seiner Heimat und in Neuseeland teil.

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