Di, 16. Oktober 2018

Nicht rechtskräftig

27.09.2018 08:56

Haft für Kärntner Obstbauer nach Bienensterben

Mit so einem drakonischen Urteil hat im langwierigen Verfahren um das Bienensterben im Kärntner Lavanttal wohl niemand gerechnet: Doch für Richterin Michaela Sanin steht fest, dass just ein Funktionär des Kärntner Obstbauernverbandes durch giftige Spritzmittel Bienen getötet hat - er soll nun in Haft!

Es war am 1. Mai 2017, als der Angeklagte seine Obstbäume - vom Apfel bis zur Kirsche - mit Spritzmitteln bearbeitete. Setzen Landwirte Gift ein, müssen sie sich an strenge Vorschriften halten und ein Spritztagebuch führen. Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse warf dem Kärntner vor, sich an beides nicht gehalten zu haben. Dadurch sei ein massives Bienensterben in dem Gebiet ausgelöst worden: Etwa 800.000 Tiere verendeten an Chlorpyrifos, einem Wirkstoff, den eine Gerichtsgutachterin eindeutig in den toten Insekten nachweisen konnte.

„Sie haben den Bezug zur Natur völlig verloren“, warf der Anwalt der betroffenen Imker dem Obstbauern vor. Dieser wirkte beim Prozess weitgehend unberührt. Dabei sind Bienen doch die besten Freunde der Obstbauern: Ohne die Bestäubung der fleißigen Tierchen wächst nichts. Richterin Michaela Sanin lehnt daher weitere Gutachten ab und kommt zum Urteil: 1 Jahr Haft wegen vorsätzlicher Beeinträchtigung der Umwelt, 4 Monate davon unbedingt, also zumindest mit Fußfessel zu verbüßen. Zudem muss er 20.000 € Schadenersatz zahlen. Der Angeklagte meldete Berufung an, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kärnten

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.