Di, 25. September 2018

20 Min. unter Wasser

03.09.2018 07:18

Heeresboot „in weniger als 15 Sekunden gesunken“

Nach dem Unfall eines Pionierbootes auf der Donau bei Hainburg gibt es „derzeit weder einen Hinweis auf einen Fahrfehler des Bootsführers noch auf ein technisches Gebrechen“, hieß es aus dem Verteidigungsministeriums. Das Boot sei, nachdem eine Welle ins Innere geschwappt war, „innerhalb von weniger als 15 Sekunden gesunken“. Die beiden Opfer waren bei dem Unglück bis zu 20 Minuten unter Wasser, ehe sie geborgen werden konnten.

Ausgewertet wurde unter anderem ein Video, „das die entscheidenden Momente an Bord aufgenommen hat“. Untersucht werde, ob die Welle eines Großschiffes in Verbindung mit dem Niedrigwasser der Donau zum Unglück geführt haben könnte. „Dazu gibt es Aussagen von Beteiligten, die dies bestätigen“, hieß es. Die Auswertung der Transpondersignale der Donauschifffahrt fehlte noch.

Untersucht werden dem Ministerium zufolge auch noch die Aktivierung und der Ablauf der Rettungskette. Der Zeitpunkt bis zum Vorliegen des Endberichts sei offen. Alle Informationen würden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Die vom örtlich zuständigen Militärkommando Niederösterreich eingesetzte Untersuchungskommission habe „alle Personen befragt, die zur Aufklärung des Unglückes beitragen können“.

Opfer 20 Minuten unter Wasser
Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass der Zustand der beiden in Wiener Krankenhäuser - AKH und Wilhelminenspital - eingelieferten Frauen „weiterhin kritisch“ sei. Die 22- und die 18-Jährige „werden intensivmedizinisch betreut“. Sie waren Teilnehmerinnen am Girls‘ Camp, einem Schnupperwochenende beim Bundesheer für junge Frauen ab 17.  Die beiden Opfer dürften „etwa 20 Minuten unter dem umgekippten Boot gewesen sein“, sagte Heeressprecher Michael Bauer gegenüber dem „Kurier“. Sie trugen Schwimmwesten, seien unter Wasser aber offenbar „regelrecht gegen den Boden des umgestürzten Bootes“ gedrückt worden.

Anghörige viel zu spät informiert
„Bedauert“ wurde, „dass die Information einiger Angehöriger leider verzögert erfolgte“. Dies werde Teil der weiteren Untersuchung sein. „Ein mangelhafter Informationsfluss an die Eltern - das Schicksal ihrer Kinder betreffend - ist unentschuldbar“, machte das Verteidigungsministerium klar.

Bei Tests nie gekentert
Betont wurde auch, dass die Arbeits-und Transportboote nach ihrer Indienststellung 2015 beim Bundesheer „bewusst in kritische Fahrsituationen gebracht“ worden seien, „um die Grenzen auszuloten. Dabei ist es nie gelungen, das Boot zum Kentern zu bringen.“ Das Wasserfahrzeug ist laut dem Ministerium für 14 Personen zugelassen. An Bord des am Samstag verunglückten Bootes seien 13 gewesen. Alle Insassen hätten Rettungswesten getragen.

 krone.at
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