Warnung aus Schweiz:

Zuwanderung kommt den Bürgern langfristig teuer

Ausland
29.08.2018 17:06

In der Schweiz ist knapp ein Drittel der Wohnbevölkerung im Ausland geboren, und der Trend zeigt nach oben. Für das Sozialsystem habe dies jedoch nur kurzfristig positive Auswirkungen, wie jetzt eine Studie feststellte. Denn: Der Schweizer Sozialstaat wird durch Flüchtlinge und Einwanderer auf lange Sicht stärker belastet, als es jetzt der Fall ist. Ein Problem, vor dem bald auch andere Sozialstaaten der EU stehen könnten ...

Der „Sozialhilfe-Tourismus“ ist nicht nur in Österreich und Deutschland, sondern auch in der Schweiz derzeit eines der meistdiskutieren Themen. Eine jüngst aktualisierte Studie der Universität Basel sorgt jetzt für noch mehr Zündstoff. Diese kam nämlich zu dem Schluss, dass die Fiskalbilanz für die Schweiz durch die Zuwanderung auf kurze Sicht zwar positiv ausfällt. Die Migranten zahlen mehr Steuern und Sozialbeiträge ein, als sie beziehen - und zwar monatlich 729 Franken pro Haushalt. Langfristig würde diese Bilanz jedoch negativ ausfallen und zu einem monatlichen Minus von 405 Franken führen.

(Bild: AFP)

Problem bei Arbeitslosen- und Pensionsgeldern
Grund dafür ist, dass die zugewanderte - ebenso wie die einheimische - Bevölkerung altert und den ausländischen Beitragszahlern dadurch Pensionen zustehen, die später einmal gezahlt werden müssen. Hinzu kommt eine überdurchschnittlich hohe Quote beim Bezug von Arbeitslosentaggeldern: Für Personen aus Drittstaaten ist sie beinahe viermal so hoch, für EU-Zugewanderte mehr als doppelt so hoch wie bei den Schweizern. Schweizer steuern 70,4 Prozent der Arbeitslosenversicherungsbeiträge bei, beziehen aber nur 55 Prozent der ausgerichteten Arbeitslosenleistungen. Sie gehören damit klar zu den Nettozahlern. Außerdem ist das Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein, bei den Ausländern deutlich höher. Belastet wird die Bilanz zusätzlich noch dadurch, dass gut ausgebildete Zuwanderer tendenziell weniger lange in der Schweiz bleiben als weniger gut ausgebildete.

(Bild: EXPA/JOHANN GRODER, dpa, Erwin Wodicka, krone.at-Grafik)

„Sozialstaat zieht Geringverdiener an“
Dass die Flüchtlingskrise in Europa nicht ohne Folgen bleiben wird, ahnen viele Bürger. Erst vor Kurzem provozierte der deutsche Schriftsteller Uwe Tellkamp mit der Aussage, dass 95 Prozent der Zuwanderer nach Deutschland kämen, um in das Sozialsystem einzuwandern. Auch Ökonomen wie Hans-Werner Sinn mahnten, dass ein von hohen progressiven Steuern finanzierter großzügiger Sozialstaat eher geringqualifizierte und geringverdienende Einwanderer anzieht. Die Hochqualifizierten schrecke er ab. Diese bevorzugten Länder, die weniger stark umverteilten.

(Bild: thinkstockphotos.de)

Wie die „Neue Züricher Zeitung“ berichtete, dürfte die von der EU angestrebte Koordinierung der nationalen Sozialversicherungssysteme die Schweiz bald zusätzlich belasten. Laut Reformvorschlag der EU-Kommission soll in Zukunft nämlich nicht wie bisher der Wohnstaat, sondern der Beschäftigungsstaat für arbeitslose Grenzgänger aufkommen. Auf die Schweiz mit ihren zahlreichen Grenzgängern könnten dabei Kosten im höheren dreistelligen Millionenbereich zukommen.

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