Verhandlung vertagt

Anwalt aus Steyr zieht gegen Facebook vor Gericht

Unbeeindruckt vom bekannten Namen Facebook wurde am Dienstag im Bezirksgericht Steyr im Kellergeschoss verhandelt. Der Steyrer Anwalt Hubert Niedermayr klagt Facebook. Er will wissen, welche Daten seines Facebook-Profiles an wen weitergegeben wurden.

Richter Hannes Gierlinger hatte sich gut vorbereitet. Er hat bereits einen Juristen in dublin ausgemacht, der ein Rechtsgutachten erstellen könnte. Denn nicht nur bei der Klage in Steyr beruft sich Facebook auf irisches Recht. Und auch auf Facebook hat der Richter schon recherchiert. In dem sozialen Netzwerk hat Anwalt Niedermayr 5000 Freunde. Nun aber geht er gegen den Internetriesen vor Gericht vor.

Strittige Daten-Weitergabe
Hintergrund der Klage des Steyrer Anwaltes, der überzeugt ist, dass österreichisches Recht gilt, ist der Datenskandal, bei dem bekannt wurde, dass persönliche Informationen von Facebook-Benutzern in die Hände eines Datenanalyse-Unternehmens gelangt sind. Der Steyrer Jurist will nun von Facebook vor allem wissen, welche seiner Daten an wen weitergegeben wurden. Richter Gierlinger regte einen Vergleich an. Die Vertreterin von Facebook  muss nun mit ihrer Mandantin klären, ob die  Informationen herausgegeben werden. Eine überraschende Wende, bisher wurde das verweigert. Im November will man sich wieder vor Gericht treffen.

Schadenersatzklage angedacht
Sollte der Anwalt die Daten tatsächlich bekommen, will er prüfen, ob er mit Unterlassungsklage oder Schadenersatz vorgeht. Möglich wäre auch, dass er eine Offenlegung verlangt, wie viel Facebook mit seinen Daten verdient hat.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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