Di, 25. September 2018

Zeremonie in Tirol

19.08.2018 15:05

Forum Alpbach feierlich eröffnet

In Tirol ist am Sonntagvormittag das Europäische Forum Alpbach feierlich eröffnet worden. Mit einem Festakt ging es am Dorfplatz des „Dorfes der Denker“ inklusive Schützen, Musikkapelle und Traditionsabordnungen los. Die Festreden drehten sich nicht wie in den vergangenen Jahren um das Thema Migration, sondern vor allem um Europa zwischen Wurzeln und Einheit. Auf diese Wurzeln bzw. Identität - in diesem Falle die Tiroler - nahm auch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in seiner Eröffnungsrede Bezug.

Platter strich er die Bedeutung der Traditionen hervor, denn: „Was wäre Tirol zum Beispiel ohne Schützen, Musik und Trachten - ein armes Land.“ Man sei eine „Wertegemeinschaft“, so Platter. Ansonsten widmete der Landeshauptmann vor allem dem Thema Energie breiteren Raum - und nannte erneut das Jahr 2050 als Zieldatum für ein energieautonomes Tirol. Zudem kündigte Platter an, dass im Bundesland ein „Energieobservatorium“ errichtet werden soll, in das Daten gemeldet, entsprechend verarbeitet und dann weitergegeben werden.

Ernüchternde Bestandsaufnahme von Kompatscher
Mehr der Zukunft Europas widmete sich sein Südtiroler Amtskollege Arno Kompatscher. Er gab eine aus seiner Sicht ernüchternde Bestandsaufnahme ab: Derzeit sei immer mehr die Schwäche Europas im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion und nationale Lösungen würden bevorzugt. „Die Handelsvertreter der Angst und Verunsicherung haben Hochkonjunktur“, so Kompatscher. Dem müsse man den Willen zum Gemeinsamen entgegensetzen. Das „Zurückziehen ins Schneckenhaus“ sei eine große Gefahr, meinte Südtirols Landeshauptmann und gab als Parole aus: „Seien wir verwurzelt und offen.“

Fischler: „Europa braucht mehr Selbstvertrauen
Forumspräsident und Ex-EU-Kommissar Franz Fischler nahm auf das heurige Alpbach-Generalthema Bezug, das da heißt: „Diversität und Resilienz“. Diversität sei ein „europäischer Schatz“, so Fischler. Es brauche ein Bekenntnis dazu - vor allem angesichts von „Populismus und Fake News“. Europa müsse wieder mehr Selbstvertrauen schöpfen, mahnte der Forumspräsident ein: „Wir brauchen ein Überdenken der Regeln und Rechtssysteme, mehr Entscheidungsfreiheit. Und vor allem mehr Engagement.“

Traditioneller Festakt am Dorfplatz
Der Festakt am Dorfplatz hatte auch heuer seinen gewohnten Ablauf genommen. Nach der Heiligen Messe in der Alpbacher Pfarrkirche folgten musikalische Darbietungen: Die Tiroler Landeshymne „Zu Mantua in Banden“ durfte ebenso nicht fehlen wie die österreichische Bundeshymne und die Europahymne. Die Bundesregierung war durch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) vertreten. Anwesend waren neben zahlreichen Landes- und Gemeindepolitikern unter anderen auch die Ex-Minister Andrä Rupprechter, Karlheinz Töchterle und Maria Rauch-Kallat (alle ÖVP).

5000 Teilnehmer werden erwartet
Zum Forum Alpbach werden heuer 5000 Teilnehmer aus 100 Staaten zu mehr als 200 verschiedenen Anlässen erwartet. Große Aufmerksamkeit werden vor allem die Auftritte von Spitzenpolitikern haben. So hat sich praktisch die ganze Bundesregierung angesagt, erwartet werden auch mehrere ausländische Spitzenpolitiker. Mit Spannung wird auch ein Treffen des kosovarischen und des serbischen Präsidenten, Hashim Thaci und Aleksandar Vucic, erwartet. Die beiden sollen am 25. August an einer Diskussion über die EU-Erweiterung teilnehmen.

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