So, 18. November 2018

„Es gibt viel zu tun“

18.08.2018 08:00

Zillertaler Schutzhütte ist fest in Frauenhand

Wenn Wanderer den Berliner Höhenweg im Zillertal von Finkenberg oder Ginzling aus in Angriff nehmen, kommen sie an der Gamshütte vorbei. Das Besondere: Sie wird seit heuer von vier schneidigen Frauen bewirtschaftet, was bei Schutzhütten selten vorkommt. Doch das Viermäderlhaus meistert die Aufgabe mit Bravour.

„Ich habe mir endlich meinen Traum erfüllt„, strahlt die 34-jährige Corina Epp aus Bayern. Damit meint sie die Übernahme der urigen Gamshütte im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen vor wenigen Monaten.

“Bereits viele Jahre habe ich auf Hütten gearbeitet. Dann brachte ich in Erfahrung, dass ein neuer Pächter für diese Schutzhütte gesucht wird. Ich habe mich sofort beworben und nun bin ich hier“, strahlt Epp.

„Mitarbeiterinnen sind alle tüchtig“
Auf der Suche nach Mitarbeitern wurde sie in der Folge rasch fündig. Die 34-Jährige setzte auf Frauenpower, indem sie Alina (27) aus Kärnten, Alicia (20) aus Hessen und Eva (25) aus der Tschechei einstellte. „Sie sind alle total lieb und vor allem tüchtig“, schwärmt die Pächterin.

Technische Anlagen
Die Hütte gilt in erster Linie als Stützpunkt für Bergsteiger. Daher sind zumindest eine schlichte Ausstattung sowie eine einfache, aber ausreichende Verköstigung notwendig. „Das Haus ist wie eine Insel hier oben. Wir haben 38 Übernachtungsplätze. Die Herausforderung für uns ist, dass wir viele technische Anlagen zu betreuen haben. So etwa eine Photovoltaik-Anlage zum Erzeugen von Solarstrom, eine Solaranlage zum Bereitstellen von Warmwasser sowie eine Abwasserreinigung“, sagt die Hüttenwirtin und ergänzt schmunzelnd: „Wir sind alle keine Elektrikerinnen, trotzdem funktioniert das Bedienen dieser Anlagen auch ohne Mann mittlerweile gut.“

Nicht jedem Gast ist bewusst, dass auf der Gamshütte alles selbst produziert wird. “Dem einen oder anderen müssen wir schon näher bringen, dass er mit dem Strom sorgfältig umzugehen hat“, erzählt Epp.

„Gut aufgenommen“
Und wie geht es der 34-Jährigen als deutsche Hüttenwirtin im Zillertal? “Ich war vorher noch nie in diesem Tal und kannte somit auch keine einzige Person. Doch die Einheimischen und Gäste haben mich von Beginn an gut aufgenommen“, schildert die Wirtin. Übrigens: Zwischenzeitlich ist auf der Hütte dann doch immer wieder mal ein „Hahn im Korb“ anzutreffen. „Nicht jede Mitarbeiterin kann leider durchgehend bleiben“, sagt Epp.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner

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