Sa, 17. November 2018

„Royal Canin“-Chef:

23.08.2018 08:07

„Das Futter der Zukunft ist hochspezialisiert!“

Bereits seit 50 Jahren existiert die Tierfutter-Marke „Royal Canin“, die einst von dem französischen Tierarzt Jean Cathary ins Leben gerufen wurde. Anlass, der Einladung des Unternehmens zu folgen und sich die Betriebsanlagen in Aimargues einmal genauer anzusehen. Jährlich werden dort rund 150.000 Tonnen Trockenfutter hergestellt. Die „Krone Tierecke“ sprach mit dem Präsidenten Loic Moutault über die Herausforderungen am Markt und die Richtung, die „Royal Canin“ verfolgt.

„Krone“: Welche Rolle spielt Ernährung bei der Tierhaltung?
Loic Moutault: Ernährung kann die erste Medizin sein - das klingt vielleicht trivial. Kein Nahrungsmittelhersteller ist alleine für die Ernährung eines Menschen verantwortlich, beim Tierfutter ist das anders. Wenn sich der Halter für unsere Produkte entscheidet, tragen wir die Verantwortung für 80 bis 90 Prozent der Ernährung dieses Tieres. Und diese nehmen wir sehr ernst - alle Rohmaterialien werden ausgiebig getestet, es gibt extrem hohe Hygienestandards und so weiter. Aber dieser Umstand gibt uns auch die Möglichkeit, Tierfutter zu kreiieren, das sich positiv auf den Körper des Vierbeiners auswirkt. Über die Ernährung können wir die Gesundheit verbessern und vielen Problemen vorbeugen.

„Krone“: Was unterscheidet„Royal Canin“ von anderen Marken?
Moutault:
Die Bedürfnisse bezüglich der Nährstoffe unterscheiden sich bei Hunden und Katzen, zwischen den einzelnen Rassen und Altersstufen, und definitiv auch von jenen ihrer Urahnen. Bei „Royal Canin“ verfolgen wir den einzigartigen Ansatz der präzisen Ernährung. Wir haben ein breites Portfolio an Sorten, es wirkt alles sehr technisch, und wir brauchen Experten und Profis, die unsere Produkte empfehlen. Wir glauben daran, dass uns Haustiere zu besseren Menschen machen und möchten, dass wir möglichst lange und gesund mit ihnen leben können.

„Krone“: Und um den Profit geht es sicherlich auch?
Moutault: 
Alle unsere Formeln und Rezepte werden hier in Frankreich designt. Für alle unsere Fabriken weltweit gilt ein standardisierter Herstellungsprozess. Und bei uns gibt es Leidenschaft für das Tier - 500 Veterinäre arbeiten für uns, viele mehr sind unsere Partner, ebenso wie Universitäten und Institute. Sie mögen mir das nicht glauben, weil ich der Geschäftsführer bin, aber es geht uns nicht in erster Linie ums Geld. Die meisten unserer Produktentwicklungen entstanden auf Basis von Beobachtungen, die beispielsweise Züchter gemacht haben. So fiel einem von ihnen auf, dass seine Perserkatzen bestimmte Futterstückchen nicht fraßen. Wir sind neugierig geworden und haben uns genau angesehen, wie Perserkatzen fressen, und dann stellte sich heraus, dass sie ihre Zunge anders als andere Katzenrassen einsetzen. Unser Spezialfutter wurde dann so entworfen, dass es für das Tier leichter aufzunehmen ist. Mittlerweile haben wir bereits 55 rassespezifische Produkte im Sortiment.

„Krone“: Wo sehen Sie Trends der Zukunft in punkto Haustierernährung?
Moutault:
Tierhalter erwarten heute mehr und wollen möglichst viel wissen - unsere neueste Fabrik ist besuchbar, das ist Teil unserer Glaubwürdigkeit. Jährlich kommen etwa 4000 Menschen vorbei. Transparenz, Authentizität und Sicherheit sind wichtig. Ein weiterer Trend ist die Spezialisierung - niemand möchte Produkte für jeden und alles kaufen, es sollte an den Konsumenten beziehungsweise an das Tier angepasst werden. In der Zukunft wird es hoffentlich durch Diagnosetechniken möglich sein, ein auf das einzelne Tier abgestimmtes Futter anzubieten. Wir schreiben jetzt schon zu jedem unserer Produkte ein Buch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen - zuerst lernen wir, dann stellen wir her. Und Tierhalter wollen mittlerweile auch die Wissenschaft hinter dem Verhalten verstehen. 

„Krone“: Ich wusste als Tierschutz-Journalistin bis heute nicht so genau, wofür „Royal Canin“ eigentlich steht.
Moutault: 
Wir müssen in Zukunft noch näher am Kunden sein und Antwort bieten. Wir müssen die Geschichte rund um unsere Produkte verstärkt selbst erzählen. Wir setzen auf Beratung durch Experten, aber müssen auch selbst gut erklären, was „Royal Canin“ alles kann. Wir müssen es dem Tierhalter noch einfacher machen, sich zu informieren. Es ist auch nicht einfach als Besitzer - ich will nur das Beste für mein Tier und denke in Vorurteilen. Oh, meine Katze ist Fleischfresser, sie braucht sicher Muskelfleisch. Dabei braucht sie viel mehr als das, es geht um das richtige Nährstoffprofil, nicht einzelen Inhaltstoffe, denn ursprünglich wurde das Beutetier im Ganzen gefressen, mit Knochen, Mageninhalt und Fell. Unsere Überzeugung ist es, die wahren Ernährungsbedürfnisse der Tiere in den Vordergrund zu stellen.

Übrigens: Im „Royal Canin Pet Center“ leben auf 15 Hektar 160 Hunde (26 Rassen) und 180 Katzen (15 Rassen) getrennt nach Rasse, Größe und Alter. Oft ist unter Tierfreunden von „Tierversuchen“ beim Konzern die Rede - tatsächlich ist die einzige Aufgabe der Vierbeiner, sich für ein Futter zu entscheiden und dieses dann wieder auszuscheiden, um die Verdaulichkeit zu testen. Es werden keine Eingriffe am Körper durchgeführt, die Unterkünfte bieten großzügige Freilaufflächen, Beschäftigung und für die Hunde sogar einen großen Swimmingpool.

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