Fr, 21. September 2018

Unfall mit Bagger

14.08.2018 08:15

Mit angenähtem Arm wieder topfit

Ärzte im UKH Salzburg sind optimistisch, dass Anna E. (56) aus den oberösterreichischen Buchkirchen, die sich am Samstag mit einer Motorsäge ihren linken Arm abgetrennt hat, den replantierten Körperteil wieder einsetzen kann. Sie prophezeien aber einen langen Weg der Genesung. Einer, der das bereits hinter sich hat, ist Manfred Hartlauer aus Enns. Ihm wurde 2015 sein rechter Arm fast vollständig abgequetscht.

Hartlauer arbeitete am 8. Oktober 2015 als Polier der Straßenmeisterei Ansfelden auf einer Baustelle in Enns. Dort geschah auch das Unglück: Ein rückwärts fahrender Bagger quetschte Hartlauers rechten Oberarm bei einer Lkw-Tür ein. Der Arm wurde dabei nahezu vollständig abgetrennt.

Stundenlanger Eingriff
„Ich hab gedacht, wenn ich jetzt die Jacke ausziehe, dann fällt der Arm runter“, erinnert sich der 59-Jährige, der im Schock keinen Schmerz verspürte. Der Polier wurde ins UKH Linz eingeliefert, wo Chirurgen ihm in einem stundenlangen Eingriff den Körperteil wieder annähten.

Lange Phase der Therapie
Im ersten halben Jahr konnte der Ennser mit dem replantierten Arm nur wenig anfangen. „Es war nur eine Fallhand, mit der ich nichts tun konnte.“ Doch mit der Zeit besserte sich der Zustand, die abgetrennten Nerven wuchsen von selbst wieder zusammen. Die AUVA schickte ihn dann zehn Wochen lang zur Reha nach Bad Häring in Tirol, wo sich sukzessive Erfolge einstellten. „Diese Reha hat mir enorm geholfen, dafür bin ich der AUVA sehr dankbar“, betont Hartlauer. Dann folgten ein halbes Jahr lang Strom-Therapien im Wiener Wilhelminenspital.

Kraftmäßig wieder bei 90 Prozent
Im September 2016 konnte Hartlauer wieder zur Arbeit gehen. „Ich mache bei der Straßenmeisterei jetzt das Gleiche wie vorher, nur dass ich kraftmäßig bei etwa 90 Prozent des ursprünglichen Wertes bin“, so der Vater von zwei Söhnen. Schmerzen hat er kaum noch. „Bei langer Belastung kann passieren, dass sich die Muskulatur verkrampft, das passiert manchmal aber auch beim Zähneputzen oder Gesichtwaschen.“ Seine Hobbys wie Schwimmen oder Radfahren übt er wieder ungebremst aus: „Und im Vorjahr hab ich auch den Traunstein bezwungen.“

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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