Di, 25. September 2018

Unfall mit Kettensäge

13.08.2018 06:00

Nachbarin und Tierärztin retteten abgetrennten Arm

Es sind gute Nachrichten, die aus dem Salzburger Unfallkrankenhaus kommen, wohin jene 56-jährige Oberösterreicherin eingeliefert worden war, die sich mit einer Kettensäge ihren linken Arm völlig abgetrennt hatte. Die Operation ist geglückt, der Arm wurde replantiert. Auch dank ihrer Nachbarin und einer Tierärztin.

Noch weiß Anna E. (56) nicht, dass ihr Arm wieder angenäht werden konnte. Sie liegt auf der Intensivstation des Spitals im künstlichen Tiefschlaf. „In den nächsten Tagen wird sie geweckt“, sagt der Arzt Micha Kucharczyk (siehe auch unser Interview unten).

Völlig abgeschnitten
Inzwischen ist auch der Unfallhergang weitgehend rekonstruiert: Anna E. hatte eine Leiter an einem Baum auf ihrem Grundstück in Buchkirchen im Bezirk Wels-Land angelehnt und auch befestigt, um in fünf Metern Höhe dicke Äste abzuschneiden. Dabei dürfte sie abgerutscht sein und sich den linken Arm oberhalb des Ellbogens völlig abgeschnitten haben. Die Frau kletterte selbst knapp ein Dutzend Leiterstufen herunter, neben ihr lagen die laufende Motorsäge und der Arm. Sie rief laut um Hilfe.

Nachbarin hörte Schreie
Nachbarin Stephanie Ecker (27) hörte die Schreie, sah das Malheur und alarmierte das Rote Kreuz. Zur Unterstützung holte sie Tierärztin Barbara Zauner-Bauer. „Für mich war sofort klar, dass ich einen Sack und einen Strick brauche. Das Sackerl, um den Arm in den Kühlschrank zu legen, und den Strick, um die Verletzung abzubinden, damit die Frau nicht verblutet“, so Zauner-Bauer. Die Frauen versorgten das Opfer, bis der Notarzt und Rettungsheli „Martin 3“ vor Ort waren.

Arm mitgeflogen
Nachdem die Schwerstverletzte stabilisiert war, wurde sie ins UKH Salzburg geflogen, den Arm nahmen die Flugretter mit - die perfekte Rettungskette war der Schlüssel zur Replantation!


Arzt: „Wir sind sehr optimistisch“
Micha Kucharczyk betreut die 56-Jährige im UKH Salzburg. Er glaubt, dass sie Arm und Hand wieder verwenden können wird.

„Krone“:Wie verlief die OP?
Micha Kucharczyk:
Aus derzeitiger Sicht sehr positiv. Es kann natürlich noch etwas passieren, aber die Replantation ist geglückt, und wir sind sehr zufrieden.

Wie lange dauerte der chirurgische Eingriff?
Knapp fünf Stunden, vier Operateure waren dabei im Einsatz. Die Knochen wurden verschraubt und verplattet, die Gefäße und Nerven zusammengefügt.

Wenn man bedenkt, dass eine Kettensäge keinen glatten Schnitt verursacht, ging die OP schnell.
Das ist auch der perfekten Rettungskette zu verdanken.

Wenn alles gut geht, kann die Patientin mit einer vollständigen Heilung rechnen?
Die Patientin muss sich auf eine monatelange Genesung einstellen. Die Nerven werden nie mehr ganz wiederhergestellt werden können, damit ist das Hautgefühl sicher eingeschränkt.

Dass die Greiffunktion erhalten bleibt, ist offenbar aber möglich.
Wir sind optimistisch, dass Arm und Hand wieder einsetzbar sind und im Alltag auch benutzt werden. Aber wir sind am Anfang des Weges.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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