Di, 11. Dezember 2018

Auch Promis dagegen

09.08.2018 06:00

Immer mehr Gegenwind für Lehrlings-Abschiebungen

Unzählige heimische Betriebe suchen Lehrlinge und finden keine. In Mangelberufen dürfen auch Asylwerber eine Lehre beginnen, Hunderten von ihnen droht nun die Abschiebung. Immer mehr Experten, Unternehmen und Prominente sprechen sich für eine Änderung dieser Praxis aus. Die Regierung bleibt stur.

Der oberösterreichische grüne Landesrat Rudolf Anschober hat es sich zur Aufgabe gemacht, die bestehende Abschiebe-Praxis zu stoppen. Und er findet dafür immer mehr Unterstützer. Bereits 624 Unternehmen - unter ihnen Spar, Rewe, die Weingüter Hillinger und Umathum oder die Trumer Privatbrauerei - haben die Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ unterzeichnet.

Auch Ex-ÖVP-Chef Mitterlehner unterstützt das Projekt
Zu den Anhängern des Projekts zählen auch der ehemalige Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, Ski-Star Hermann Maier, Kabarettist Josef Hader oder „Kaiser“ Robert Palfrader.

Rudolf Anschober präsentierte gestern eine aktuelle Umfrage des Instituts SORA: Demnach wollen 79 Prozent der Befragten nicht, dass es während der Ausbildung zu einer Abschiebung kommt. Selbst bei den Wählern von ÖVP und FPÖ spricht sich eine deutliche Mehrheit gegen die Abschiebungen aus.

Ökonomen verweisen auch auf die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen: Gerade am Anfang der Lehrzeit müsse ein Betrieb viel in den Lehrling investieren - und wenn es beginne, sich zu rentieren, werde der Migrant abgeschoben.

Schellhorn: „Sowohl menschlich als auch für die Wirtschaft völlig daneben“
Die Regierung gibt sich derzeit noch unnachgiebig und argumentiert mit dem geltenden Recht. So pocht Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) etwa stets auf den Rechtsstaat. „Ministerin Kneissl hält offensichtlich nicht viel von gelungener Integration. So etwas Sinnloses, wie Lehrlinge von ihrem Ausbildungsplatz wegzureißen, ist sowohl menschlich als auch für die heimische Wirtschaft völlig daneben“, sagt dazu Hotelier und NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn.

Alternativen gäbe es genug: das deutsche Modell mit einer „Schonfrist“ von fünf Jahren, ein Lehrlingsvisum oder eine Rot-Weiß-Rot-Card Light - im Sinne einer kriteriengeleiteten Zuwanderung für qualifizierte Arbeitskräfte.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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