Auf Hochtouren liefen am Samstag die Arbeiten am Versorgungsnetz, um die Folgen des Schneechaos beseitigen zu können, damit wieder alle Haushalte im Burgenland Strom haben. Bange Stunden hatte eine 86-Jährige miterlebt, der Akku für ihr lebenswichtiges Sauerstoffgerät war fast leer.
Das Schneechaos der vergangenen Tage, das das Burgenland lahmgelegt hat und in 10.000 Haushalten den Strom ausfallen ließ, stellte nicht nur die Einsatzkräfte und Netztechniker vor große Herausforderungen. Mit einer enormen Belastungsprobe sah sich ebenso die Bevölkerung in weiten Teilen des Landes konfrontiert.
Enkelkind kam zu Hilfe
Um Leben und Tod ging es im Fall einer 86-Jährigen aus Stinatz. Nach 12 Stunden daheim ohne Elektrizität war nicht nur der Akku ihres Handys, sondern auch jener ihres Sauerstoffgeräts, das sie dringend benötigt, fast leer. Für Mobiltelefone gab es ohnehin die meiste Zeit kaum Empfang.
Im Wohnzimmer, wo wir alle waren, hatte es nur noch 16 Grad Celsius. Wir wärmten unsere Hände an Kerzen, das half ein wenig.
Familie aus Eltendorf
Zu Hilfe eilte das Enkelkind, eine Medizinstudentin und Ersthelferin des Roten Kreuzes. Die Familie lud daraufhin dank des Notstromaggregats der örtlichen Feuerwehr den lebenswichtigen Akku auf. Gerettet!
Kerzen wärmten Hände
Viele Bewohner mussten ohne Strom und ohne Heizung auskommen. „Unser Haus war bald ausgekühlt. Im Wohnzimmer, wo wir alle waren, hatte es nur noch 16 Grad Celsius. Wir wärmten unsere Hände an Kerzen, das half ein wenig“, erzählte eine Familie aus Eltendorf.
Unter Hochdruck hatten die Teams von Netz Burgenland am Samstag versucht, alle beschädigten 20-kV-Leitungen instand zu setzen. Gegen 17 Uhr waren noch knapp 1500 Haushalte in den Bezirken Jennersdorf und Güssing nicht mit Strom versorgt. 700 Haushalte davon in Neuhaus am Klausenbach, Bonisdorf, Kalch, Krottendorf, Mühlgraben und Tauka müssen sich auf eine weitere Nacht ohne Elektrizität einstellen. Die Arbeit habe sich leider komplizierter als gedacht herausgestellt, so die Profi-Techniker.
Bus von Straße geweht
Dramatische Szenen hatten sich 24 Stunden zuvor auf der Landesstraße zwischen Unterloisdorf und Frankenau abgespielt. Eine heftige Windböe hat einen Linienbus erfasst, der Omnibus der Marke Setra rutschte in den Graben und drohte umzukippen. Die Polizei wurde alarmiert.
14 Mann der Feuerwehr Klostermarienberg konnten mit Spezialgurten, die quer über die Fahrbahn gespannt waren, das Schlimmste verhindern. Mittendrin der Chauffeur und eine Frau als einziger Fahrgast. Eine Busbergung ist wegen der Schneelage und Verwehungen am Freitag noch nicht möglich gewesen.
14 Straßensperren waren am Samstagnachmittag im Burgenland noch aufrecht. Die Geschriebenstein-Bundesstraße (B56) konnte für den Verkehr bereits wieder freigegeben werden.
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