Mi, 12. Dezember 2018

Streit um Autonomie

05.08.2018 16:49

Keine Gewalt im Kosovo - Lage bleibt angespannt

Der Streit um die Autonomie der serbischen Minderheit im Kosovo hat am Wochenende nicht wie befürchtet zu neuer Gewalt geführt. Nach Appellen zur Ruhe aufseiten von Albanern und Serben sowie einem entschlossenen Eingreifen der NATO-geführten internationalen Schutztruppe KFOR blieb es in dem jahrzehntelangen Konflikt ruhig. Das Bundesheer ist mit 400 bis 500 Soldaten im Kosovo präsent.

Hintergrund für die gespannte Situation ist eine am Samstag abgelaufene viermonatige Frist der EU an die Kosovo-Regierung zur Vorlage eines schon lange verabredeten Autonomie-Statuts für die Serben im Norden des Landes. Schon kurz nach Mitternacht am Samstag hatte KFOR die Zugänge zum Gazivoda-Stausee blockiert.

Serbien setzte Armee in Kampfbereitschaft
Das war offensichtlich die Reaktion auf Spekulationen, die albanische Spezialpolizei wolle den Serben die Kontrolle der für den Kosovo lebenswichtigen Talsperre an der Grenze zwischen beiden Ländern entreißen. In Serbien wurde die Armee „präventiv“ in Kampfbereitschaft versetzt, berichtete die Regierungszeitung „Novosti“ am Sonntag in Belgrad.

Der kosovarische Präsident Hashim Thaci versicherte am Samstag in Pristina, die Ausarbeitung des Autonomiestatus werde bald vorgelegt. Damit sollen die Serben, die nur noch weniger als zehn Prozent der knapp zwei Millionen Menschen im Kosovo ausmachen, aber im Norden des Landes die lokale Mehrheit bilden, weitgehende Selbstverwaltung erhalten.

„Habe die Serben gebeten, noch einige Tage auszuhalten“
„Ich habe die Serben im Kosovo gebeten, nichts zu unternehmen und noch einige Tage auszuhalten“, sagte der serbische Staatspräsident Aleksandar Vucic nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Zuvor hatten Medien berichtet, die Kosovo-Serben wollten am Samstag einseitig ihre Autonomie ausrufen. „Ich hoffe, dass KFOR seine Arbeit macht“, sagte Vucic offenbar mit Blick auf die umstrittene Talsperre Gazivoda, die für die Strom- und Wasserversorgung des Kosovo lebenswichtig ist.

Gebietsaustausch wohl endgültig vom Tisch
Eine in den letzten Wochen von verschiedenen Medien ins Spiel gebrachte Lösung des jahrzehntelangen Konflikts durch einen Gebietsaustausch ist wohl endgültig vom Tisch. Kosovo-Regierungschef Ramush Haradinaj lehnte das strikt ab, weil es zum Krieg führe. Auch Vucic zeigte sich pessimistisch: „Ist ein Kompromiss in Sicht? Ich glaube nicht, ich bin nicht optimistisch“, sagte er nach einem Gespräch mit dem einflussreichen Serbisch-Orthodoxen Patriarchen in Belgrad.

Kosovo war vor zehn Jahren von Serbien abgefallen. Zuvor hatte die NATO im Jahr 1999 unter anderem mit Bomben-Angriffen dafür gesorgt, dass sich serbisches Militär und Paramilitär aus dem Kosovo zurückziehen musste. Diese hatten zuvor bis zu 800.000 Albaner vertrieben. Serbien will seine frühere Provinz mit Hinweis auf seine dort gelegenen mittelalterlichen Klöster und Schlachtfelder wieder zurückhaben.

Versöhnung für EU-Beitritt notwendig
Allerdings ist dem EU-Kandidaten der Weg nach Brüssel versperrt, sollte er sich nicht mit dem Kosovo aussöhnen. Dasselbe gilt auch für den Kosovo, da fünf EU-Staaten die Position Serbiens unterstützen und die einseitige Unabhängigkeitserklärung Pristinas nicht anerkennen.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Es geht um China
UEFA plant Champions League am Wochenende
Fußball International
Wegen Daumenverletzung
Neureuther verzichtet auf Rennen in Alta Badia
Wintersport
Digitale Trends
Die besten Smartphones zum Weihnachtsfest
Digitale Trends
Champions League
LIVE ab 21 Uhr: Juve, City und Bayern um Platz 1
Fußball International
Rassismus-Fall
Eklat! „Rückkehr der Banane“ empört die Schweiz
Fußball International
Gewinnspiel
Mit krone.at Kinotickets gewinnen!
Gewinnspiele
Crash bei Schneeregen
Massenkarambolage mit Verletzten auf der S5
Niederösterreich
Champions League
LIVE ab 18.55 Uhr: Real will Rache für ZSKA-Pleite
Fußball International
ÖFB gegen Polen
Mega-Ansturm auf Tickets für EM-Quali-Hit
Fußball International
Ambulanzen geschlossen
Proteste vor Beschluss der Krankenkassen-Reform
Österreich
Experten-Prognosen
Gibt es heuer ein weißes oder grünes Fest?
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.