Do, 13. Dezember 2018

Kaiser-Josef-Platz:

25.07.2018 06:00

Standlerschwund am größten Bauernmarkt

Während sich die Direktvermarkter auf allen steirischen Bauernmärkten über eine steigende Nachfrage freuen können, herrscht ausgerechnet am berühmtesten „Umschlagplatz“ für frisches Obst und Gemüse Katerstimmung: Standen zur Blütezeit 300 Standler am Kaiser-Josef-Platz, sind es heute nur noch 140.

Am prominentesten und ältesten Bauernmarkt der Steiermark, jenen am Grazer Kaiser-Josef-Platz, herrscht trotz strahlendem Sonnenschein düstere Stimmung: „Der Umsatz wird von Jahr zu Jahr weniger, alleine in der heurigen Saison sind’s schon 30 Prozent Minus“, berichtet Gemüsebauer Walter Gratzer. Der ehemalige Marktsprecher muss es wissen: „Ich steh’ seit 40 Jahren mit meiner Ware hier, aber so schlecht war’s überhaupt noch nie.“

Auch die Nachbarin des 72-Jährigen stöhnt: „Früher haben wir hier um jeden Meter Verkaufstisch raufen müssen, jetzt, Sie sehen’s ja selber, herrscht gähnende Leere. Die guten Zeiten sind längst vorbei“.

Kritik an Parkplatzmangel und hohen Preisen
Auf der Suche nach den Ursachen für den Besucher- und Standlerschwund gehen die Meinungen auseinander: „Hier gibt’s keine Parkplätze, und der Preis-Unterschied zu den anderen Grazer Märkten ist einfach zu groß“, urteilen die einen auf der Kundenseite. „Längst notwendige Modernisierungsmaßnahmen sind bis heute ausgeblieben, die von der Politik versprochene Barrierefreiheit gibt’s nach wie vor nur auf dem Papier“, heißt es von der anderen, der Standlerseite.

Grete Reichsthaler als Sprecherin der steirischen Direktvermarkter bleibt indes pragmatisch: „ Der Zeitgeist hat sich geändert; es gibt einfach fast keine Hausfrauen mehr, die tagtäglich einkaufen gehen und frisch kochen.“

Weniger Kunden wegen Bauarbeiten
Die Gleisbauarbeiten direkt vor der Tür würden die Situation am Kaiser-Josef-Platz aktuell noch verschärfen: „Jene Kunden, die mit der Straßenbahn zum Einkaufen kommen, fehlen jetzt natürlich“, meint die Expertin.

Andere Märkte florieren
Nicht nur alle anderen Bauernmärkte in Graz erfreuen sich großer Beliebtheit, auch in den Bezirken geht es hoch her - Reichsthaler: „Den ersten Boom haben wir 1995 nach dem EU-Beitritt registriert, aktuell verzeichnen wir einen neuerlichen Schub. Vor allem auch, was den Ab-Hof-Verkauf angeht.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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