Sa, 20. Oktober 2018

krone.at fragt nach

23.07.2018 19:51

Aus für Fahrprüfung auf Türkisch? „Nur gerecht“

Sinnvolle Maßnahme oder reine Diskriminierung? Der Vorschlag von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), ab 2019 die Führerscheinprüfung nicht mehr in türkischer Sprache absolvieren zu können, sorgt für Aufsehen. Denn: In Englisch, Kroatisch und Slowenisch soll die Prüfung weiterhin möglich sein. krone.at fragte Autofahrer, was sie davon halten.

Die Prüfungsunterlagen in der türkischen Sprache zu streichen, soll demnach den Steuerzahler entlasten und die Integration stärken. Kroatisch und Slowenisch müssen laut Staatsvertrag 1955 als Amtssprachen anerkannt bleiben.

Montagvormittag am Wiener Gürtel. Die Pläne der Regierung sind bei Autofahrern ein beliebtes Gesprächsthema. „Eine hervorragende Idee! Das gibt‘s auf der ganzen Welt nicht. Wenn ich in Frankreich den Führerschein mache, muss ich Französisch können. Wenn ich ihn in Australien mache, muss ich Englisch können. Wie will jemand, der nicht Deutsch spricht, die Zusatztafeln lesen?“, fragt sich ein Wiener. Eine Frau erinnert daran, dass „nicht jeder Deutsch kann“, und ist deshalb nicht so überzeugt von der Abschaffung der Prüfung auf Türkisch.

„Ich habe gar nicht gewusst, dass es das überhaupt auf Türkisch gibt“, meint ein anderer Autofahrer lachend, eigentlich ist es ihm aber „egal“. Ein gebürtiger Pole findet den Schritt nur gerecht: „Es ist ein bisschen unfair, warum sollten die Türken die Prüfung auf Türkisch machen dürfen und wir nicht in Polnisch.“

„Es gibt sie ja auch in anderen Sprachen. Warum schafft man nur die Prüfung in Türkisch ab?“, fragt sich ein Lenker eines Kleintransporters. Ein junger Mann meint: „Die Führerscheinprüfung sollte eh auf Deutsch sein. Man sollte schon in der Lage sein, wenn man hier geboren ist, hier aufgewachsen ist, dass man das auf Deutsch machen kann.“ „Besser auf Türkisch“, meint ein Herr, „denn in der Muttersprache ist es einfacher.“

„Ich musste die Prüfung auch auf Deutsch machen, ich find die Idee großartig“, meint eine gebürtige Polin. Eines ist sicher: Das Thema polarisiert.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

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