Di, 16. Oktober 2018

Frau soll in Anstalt

19.07.2018 14:56

Mordversuch: Geschworene wollen neues Gutachten!

Sie ist mit 77 wohl eine der ältesten Kärntnerinnen, die je vor Geschworenen Platz nehmen mussten - wegen eines Mordversuchs am Ehegatten. „53 Jahre sind wir verheiratet“, sagt sie. „Er ist mir nicht böse.“ Ein Psychiater hält die Frau für unzurechnungsfähig, die Geschworenen wollen das aber genauer wissen.

„Mit zunehmenden Alter kamen die Probleme“, schildert die Frau beim Prozess, in dem ihre Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gefordert wird. „Ich hatte Zukunftsängste, fühlte mich von den Nachbarn verfolgt und wollte mit meinem Mann in ein Pflegeheim siedeln.“ Er aber verweigerte. „Was sollte aus uns werden? Wir haben keine Kinder, aber genug Geld für ein schönes Heim. Also beschloss ich, erst ihn und dann mich zu töten.“ Dazu kam es zum Glück nicht: Der Gatte überlebte die Stichwunden am Hals, legte sich damit zunächst sogar noch schlafen. Seit der Bluttat ist die 77-Jährige stationär in psychiatrischer Behandlung. „Fühlen Sie sich krank?“, fragt Richter Christian Liebhauser nach. „Ich habe sehr schwache Nerven“, meint sie. Die Diagnose des Gerichtspsychiaters - eine wahnhafte Störung, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hat und zu weiteren Straftaten führen könnte - überzeugt die Geschworenen aber nicht. Sie fordern ein neues Gutachten über den Zustand der Frau. Das Gericht sah das ebenso. Daher wurde der Prozess vertagt.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

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