Slalom und RTL

Die Ski-Damen rittern in Aspen um Weltcuppunkte

Sport
27.11.2009 11:57
Mit zwei Technikbewerben in Aspen setzen die Ski-Damen am Wochenende den noch jungen Weltcup fort. Die Österreicherinnen wollen im weitgehend schneelosen Nobelskiort in Colorado alles daran setzen, das Führungs-Trio Tanja Poutiainen, Maria Riesch, Lindsey Vonn zu sprengen. Kathrin Zettel hat dafür im Riesentorlauf am Samstag die besten Karten, und am Sonntag (Start jeweils um 18 und um 21 Uhr) wartet man gespannt auf Teil zwei des Comebacks von Marlies Schild.

Sölden-Siegerin Poutiainen führt nach zwei Rennen mit 160 Punkten vor Levi-Slalomsiegerin Riesch (113) und der Weltcup-Titelverteidigerin Vonn (109). Die Finnin geht aber durch Rückenprobleme gehandicapt an den Start. Zettel musste nach Rang zwei in Sölden wegen einer schweren Angina den Levi-Slalom auslassen, ist aber nach einer perfekten Vorbereitung in Vail wieder voll bei Kräften und als Gesamt-Vierte (80) erste Verfolgerin des Führungs-Trios.

Und der Göstlingerin liegt die steile und anspruchsvolle Strawpile-Piste in Aspen: 2005 erstes Podium, 2006 erster Sieg, jeweils im RTL, insgesamt in ihren vergangen sieben Aspen-Rennen seit 2005 nie schlechter als Fünfte. "Es gibt Plätze, da fühlt man sich einfach sofort wohl", so Zettel schmunzelnd. Dasselbe gilt für den nordamerikanischen Schnee, auf dem in zehn Wochen auch um Olympiamedaillen gefahren wird. "Fürchten tu ich mich also sicher nicht", blickte Zettel optimistisch in die Zukunft.

Hosp macht ihren Kolleginnen Mut
Zettel ist mit ihren 23 Jahren eine der vier noch verbliebenen Stützen in der nach dem Götschl-Rücktritt blutjungen Weltcuptruppe, in der man Nicole Hosp für diesen Winter vorgeben muss. Die Tirolerin hat zwar die Krücken bereits weggeworfen, ihre Saison ist aber seit dem Sturz beim Saisonstart in Sölden vorbei. Hosp machte "von der falschen Seite des Fernsehers aus" Mut für den Aspen-Slalom. "Riesch und Vonn lassen die Ski gut laufen und nehmen viel Risiko, ihnen kommt aber auch die immer öfter extrem weite Kurssetzung entgegen. Technisch sind unsere Mädchen besser und auch der Hang in Aspen liegt uns besser als Levi", ist Hosp überzeugt.

Dazu kommt, dass mit Schild die weltbeste Slalomläuferin wieder zurück im ÖSV-Aufgebot ist. Viele halten in Aspen sogar schon einen Schild-Sieg für möglich, nachdem die Salzburgerin beim Comeback in Levi Sechste geworden war. "Marlies ist wieder gut in Schuss, aber einen Sieg darf man dennoch von ihr nicht erwartet. Sie soll die Ziele nicht zu hoch schrauben sondern versuchen, locker zu fahren", bremste Mandl.

Marlies Schild will wieder ganz nach oben
Schild selbst kurvte am Freitag beim Abschlusstraining in Vail erstmals so richtig im Steilen durch Slalomtore. "Aspen ist ein Hang, der mir liegen sollte", bestätigte die 28-jährige Lebensgefährtin von Benni Raich. Sie verschwieg aber auch nicht, mehr zu können, als sie in Levi gezeigt habe. "Dort habe ich vor Nervosität meine Fuße nicht mehr gespürt!" Insgesamt sei sie aber wegen ihres immer noch schmerzenden Beines noch auf der Suche. "Ich bin 20 Monate kein Rennen gefahren. Ich möchte mich an die Spitze herantasten und irgendwann wieder ganz oben stehen. Dafür muss ich zunächst mal vor allem locker am Start stehen können."

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(Bild: KMM)



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