So, 23. September 2018

Titel Nr. 9 angepeilt

28.06.2018 08:34

Federer greift in Wimbledon Navratilovas Rekord an

Titelverteidiger Roger Federer kann beim heurigen Wimbledon-Turnier den Allzeit-Rekord von Martina Navratilova einstellen. Die gebürtige Tschechoslowakin und spätere US-Amerikanerin holte im Zeitraum 1978 bis 1990 beim Rasen-Major neun Einzel-Titel, Federer sicherte sich im Vorjahr nach vierjähriger Pause seinen achten. Damit ist er alleiniger Rekordhalter bei den Herren und auch diesmal Favorit.

Das Erfolgsrezept aus dem Vorjahr hat der Schweizer wieder angewandt, nämlich der Verzicht auf die Sandplatz-Saison. Danach stürmte Federer an der Church Road ohne Satzverlust zum Triumph, fertigte den Kroaten Marin Cilic im Finale 6:3,6:1,6:4 ab. Auch im Vorjahr hatte Federer davor die Australian Open gewonnen. Anders ist nur, dass der 36-Jährige das Halle-Endspiel verloren statt gewonnen hat. Dadurch musste er Rafael Nadal an die Weltranglistenspitze zurücklassen.

„Big Four“ dominieren Wimbledon
Der Spanier hat mit seinen Wimbledon-Triumphen 2008 und 2010 dazu beigetragen, dass jede der vergangenen 15 Auflagen an einen der „Big Four“ gegangen ist. Die restlichen fünf Titel neben jenen von Federer und Nadal holte der Serbe Novak Djokovic 2011, 2014 und 2015 sowie der Brite Andy Murray 2013 und 2016. Aktuell scheint eben Federer am ehesten dafür gewappnet, diese Serie aufrecht zu erhalten und den Ansturm der übrigen Anwärter abzuwehren.

Nadal hat seit seinen beiden Triumphen in Wimbledon nicht mehr an die damaligen Leistungen angeschlossen und nach seinem elften Paris-Triumph Selbstvertrauen, aber keine Turnierpraxis auf Rasen. Exhibitions im Londoner Hurlingham-Club sollen dieser Tage noch ein wenig Abhilfe schaffen. Murray ist erst in der Vorwoche aus der Verletzungspause gekommen und als Weltranglisten-156. ungesetzt. Damit könnte er für jeden der Gesetzten zur frühen Gefahr werden.

Der Schotte wollte nach seinem Sieg-Comeback diese Woche in Eastbourne über sein Wimbledon-Antreten aber noch entscheiden. „Ich komme nach einer sehr ernsten Verletzung zurück, was nicht leicht ist“, meinte der 31-Jährige. „Meine Gesundheit und mein Körper sind meine erste Priorität.“ Bei Djokovic wiederum sieht es besser aus, auch wenn er nach seiner Finalniederlage in Queen‘s nun ein ganzes Jahr ohne Titelgewinn auf der Tour ist.

Die Aufbesserung seiner Setzung auf Position zwölf zeigt aber, dass mit dem 31-Jährigen in Wimbledon immer zu rechnen ist. Djokovic selbst spielt diese Erwartungen aber herunter. „Ich würde nicht sagen, dass ich ein Anwärter auf die Trophäe bin“, erklärte der ehemalige Weltranglisten-Erste. Allerdings räumt der „Djoker“ auch ein, dass es seit seinem Tiefpunkt in März in Miami stetig aufwärtsgegangen ist.

Thiem mit Außenseiterchancen
Einige der Konkurrenten haben sich aber auch positioniert. Der ehemalige US-Open-Sieger Cilic scheint nach dem Queen‘s-Sieg bereit, um nach seinem Vorjahres-Finale eventuell noch eine Stufe höher zu gehen. Der Deutsche Alexander Zverev nimmt einen weiteren Anlauf auf einen Grand-Slam-Coup, nachdem er in Paris erstmals in ein Viertelfinale gekommen war und da Dominic Thiem unterlag. Österreichs Hoffnung ist durchaus zuzutrauen, auch auf Rasen gut mitzumischen.

Titelverteidigerin bei den Damen ist Garbine Muguruza (ESP). Simona Halep (ROU) kann topgesetzt und gelöst in das Turnier gehen, nachdem sie in Paris ihren ersten Major-Titel geholt hatte. Auch Caroline Wozniacki (DEN) hat heuer einen Major-Titel, in Melbourne. Offen ist die Rolle und die Verfassung von Serena Williams (USA). Die siebenfache Wimbledon-Siegerin hat seit ihrem Achtelfinal-w.o. in Paris nicht mehr gespielt, ist als Setznummer 25 aber in einer gefährlichen Angriffsposition.

krone Sport
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