Große Personalnot

Protestaktion legte ein Grazer Gefängnis lahm

Steiermark
19.06.2018 06:00

Fast alle Betriebe geschlossen, der Besuchsbereich unterbesetzt, Teile des Nachtdienstes mussten länger bleiben: Am Montag spitzte sich die personelle Misere in der Justizanstalt Graz-Jakomini zu. Gleich 43 Justizwachebeamte waren im Krankenstand. Auch ein Zeichen des Protests, dass es so nicht weitergehen kann.

„Es gibt zahlreiche Kollgen, die sagen, sie können nicht mehr, sie halten es nicht mehr aus“, sagt Mario Raudner von der Bundesvertretung der Justizwachegewerkschaft. Er und sein Kollege Philipp Reichel gehen davon aus, dass die Zahl der Krankenstände in den kommenden Tagen sogar noch etwas steigen wird.

Für den Betrieb im Gefängnis hat das negative Folgen. Zumindest 90 der 165 Beamten sollten im Dienst sein, damit das Werkl läuft. Am Montag waren es beispielsweise nur etwas mehr als 60. Geschlossen Werkstätten bedeuten unterbeschäftigte Häftlinge, denen die Decke viel rascher auf den Kopf fällt. Dabei wird das Klientel im Gefängnis ohnehin immer schwieriger, die Anzahl der Übergriffe steigt laut den beiden Gewerkschaftern massiv.

„So kann es nicht mehr weitergehen“
In den nächsten Wochen dürfte sich die Lage kaum bessern, und dann beginnt bereits die Sommer- und Urlaubszeit - keine positiven Aussichten. Laut Reichel fehlen gut 30 Planstellen, um den Dienstbetrieb rechts- und vor allem sicherheitskonform durchführen zu können. Das Problem sei den zuständigen Behörden seit Jahren bekannt, ebenso Konflikte mit der Anstaltsleitung. Wesentliche Verbesserungen habe es bisher aber nicht gegeben.

Mittlerweile sei die Überstundenbelastung so massiv, dass die Zahl der Krankenstände explodiert. Raudner: „Es ist auch ein Zeichen der Belegschaft, dass es so nicht mehr weitergehen kann!“

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