Der Unmut der Fans darüber wird sich im Duell der Erzrivalen wohl auch in so manchem Feuerwerk äußern, was Rapids Klubservice-Leiter Andreas Marek zwar nicht begrüßt, aber teilweise verstehen kann. "Pyrotechnik ist ein wesentlicher Bestandteil der Fan-Kultur und der Choreographie. In den 18 Jahren, seit ich bei Rapid bin, hat sich dabei keiner verletzt", betonte der Niederösterreicher.
Der Einsatz von Böllern - einer davon setzte den damaligen Rapid-Goalie Georg Koch im August 2008 monatelang außer Gefecht - wird von Marek klar verurteilt, die Verwendung von Pyrotechnik würde er sich aber weiterhin wünschen - und zwar so wie bisher unter Aufsicht von fachkundigen Personen. "Das Problem ist, dass einige Pyrotechnik gemacht haben, die davon nichts verstehen. Die Ultras wollen es organisiert machen, mit Leuten, die davon eine Ahnung haben", erklärte Marek, der außerdem verurteilte, dass Mini-Feuerwerke seinen Angaben zufolge explizit in Stadien und nicht etwa auch bei Ski-Rennen verboten wurden.
Kleine Hintertür
Eine kleine Hintertüre bleibt für die Bengalen jedoch auch in den Bundesliga-Arenen offen. Feuerspeier können laut Marek weiterhin abgebrannt werden, allerdings nicht auf die Art und Weise, wie es sich die Fans wünschen würden. "Man darf zum Beispiel ein paar Bengalen entlang der Outlinie aufstellen, sie aber nicht mehr in Choreographien verwenden. Doch das ist kein Zugang für Ultra-orientierte Fans."
In diesem Zusammenhang lieferte Austrias Markus Kraetschmer eine andere Interpretation. "Das Gesetz bedeutet nicht das Ende von Feuer in den Stadien. In kontrollierter Form und nach Gesprächen der Vereine mit den Fans sind Choreographien erlaubt und daher möglich", sagte der "Veilchen"-Vorstand für den wirtschaftlichen Bereich.
Im Gegensatz zu Marek begrüßt Kraetschmer die neue Regelung. "Alle Vereine der Bundesliga und der Ersten Liga haben sich auf ein schärferes Vorgehen in den Stadien verständigt. Es geht um die Verletzungsgefahr, Beschädigungen, den Sicherheitsaspekt, nachdem sich auch bei uns Leute beschwert haben, dass sie durch bengalische Feuer oder Leuchtraketen verletzt wurden oder ihre Kleidung beschädigt wurde."
Mehr Arbeit für die Polizei
Immerhin gehe es dabei auch um die eigenen Klub-Finanzen. "Die Vereine als Veranstalter müssen bei Delikten an die Bundesliga und die Behörde zahlen. Das sind verlorene Gelder, die jetzt durch Schadenersatz eingefordert werden können." Allerdings will der 38-Jährige auch die Exekutive verstärkt in die Pflicht nehmen. "Die Polizei ist jetzt gefordert, strenger vorzugehen. Sie muss beobachten oder per Video überwachen und so Personen ausforschen, die solche Sachen abfeuern."








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