Do, 16. August 2018

100 km/h-Flugstunden

11.06.2018 20:32

ÖSV-Kombinierer starten im Windkanal in die Saison

Trotz 30 Grad Außentemperatur haben Österreichs Nordische Kombinierer den heißen Montag zum Teil in Wintermontur verbracht. Das Nationalteam im Sprunganzug und seine dick eingepackten Betreuer absolvierten in Wien-Floridsdorf im Windkanal der Rail Tec Arsenal bei Luftstromgeschwindigkeiten von über 100 km/h einige Flugstunden zur Materialabstimmung und Feinjustierung. Diese bereits bewährte Praxis soll einer der Erfolgsbausteine auf dem Weg zur Heim-WM im kommenden Winter sein. „Wir versuchen natürlich in allen Bereichen das Maximum herauszuholen, da gehört der Windkanal dazu“, betonte Mario Seidl.

Er wolle freilich in allen Bereichen zulegen, bekräftigte der Salzburger. „Es gibt in der Kombination genug Baustellen, an denen man arbeiten und Punkte, bei denen man zulegen kann.“ Sein Hauptfokus liege selbstverständlich auf der WM in Seefeld - aber nicht nur. „Natürlich ist das Ziel, da in Topform zu sein, aber ich will schon auch wieder eine konstante Weltcupsaison absolvieren.“ Der 25-Jährige war im vergangenen Winter als lediglich Elfter der Weltcup-Gesamtwertung bester ÖSV-Mann. Seidl fand erst nach Olympia - wo er mit dem Team Bronze geholt hatte - zur Topform zurück. „Springerisch ist es noch nicht so locker wie gewohnt von der Hand gegangen. Dass ich am Schluss gesehen habe, dass ich mit mehreren Top-Acht-Ergebnissen vorne dabei bin, das macht mich noch einmal stärker.“

Für Cheftrainer Christoph Eugen lautet der Auftrag nach einer Saison ohne Einzel-Weltcupsieg, aber mit zwei Olympia-Bronzemedaillen durch Lukas Klapfer und die Mannschaft, für mehr Konstanz zu sorgen. „Es gilt schon noch an der Stabilität zu arbeiten. Auf der Schanze ist es wichtig, stabil zu sein. Das Läuferische kann man besser planen. Im Springen braucht man ein stabiles Grundgerüst“, so der bereits vor seiner siebenten Saison als Chefcoach stehende Steirer. Seine Co-Trainer Christoph Bieler (Springen) und Jochen Strobl (Langlauf) sind bereits das vierte Jahr an Bord. „Man merkt, dass wir eingespielt sind, ich finde das auch für die Heim-WM wichtig. Kontinuität ist speziell für die Athleten wichtig“, betonte Eugen. Im Gegensatz zu den Skispringern, die eine schwache Saison mit anschließendem Trainerwechsel hinter sich haben, könne man bewährte Konzepte umsetzen.

Mit Mario Stecher als Sportlichem Leiter hat Eugen jedoch einen neuen Vorgesetzten. Die Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Schützling laufe ausgezeichnet, versicherte er. „Er hat eine klare Linie, er kommt aus der Kombination, er kennt sich aus, vielleicht ist es für uns ein Vorteil, dass es jetzt einmal kein Skispringer ist, sondern ein Kombinierer“, meinte Eugen über den zwei Jahre jüngeren Stecher. Der Neo-Funktionär bringe sich ein, mische sich aber nicht ein, formulierte er das Zusammenspiel. Der Älteste im ÖSV-Team ist Wilhelm Denifl. Der 37-Jährige will nach der Heim-WM „zu 99 Prozent“ aufhören. Aktuell sei er aber erfolgshungrig wie eh und je und auch konkurrenzfähig. „Ich habe wieder bewiesen, dass ich ganz vorne dabei sein kann. Wenn das nicht mehr so wäre, hätte ich es gelassen“, so der Routinier.

Bernhard Gruber möchte noch bis Olympia 2022 weitermachen. „Die Teammedaille bei Olympia macht Lust auf mehr, ich liebäugle schon mit den nächsten Olympischen Spielen, weil es mir körperlich so gut geht. Ich bin in einer Verfassung, in der ich mit 30 nicht war“, betonte der 35-jährige Ex-Weltmeister, der eine schwierige Saison hinter sich hat. „Ich hatte Bestwerte im Springen und im Laufen, dann ist leider das Pech mit der Blinddarm-OP gekommen und ich bin erst später in den Weltcup eingestiegen. Leider war es so, dass ich dann beide Sportarten nicht mehr ganz im Wettkampfmodus hingebracht habe.“ Mit einem Stockerlplatz, einem Teamsprint-Sieg und der Team-Olympiamedaille sei es dennoch „sehr zufriedenstellend“ gelaufen. Im kommenden Winter müsse er sich aber „in beiden Disziplinen stabilisieren, um dann hoffentlich den Peak rechtzeitig bei der Heim-WM abzurufen.“

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