So, 24. Juni 2018

Mit Vodoo Jürgens

09.06.2018 14:08

Kult-Stück von Stefanie Sargnagel in Graz bejubelt

Lieben oder hassen - eine andere Reaktion scheint es auf Stefanie Sargnagel nicht zu geben. Das Rabenhof Theater hat aus ihren Texten das Stück „Ja eh!“ gemacht - mit Songs von Voodoo Jürgens. In Wien ist es längst Kult, beim Dramatiker*innen-Festival war es nun erstmals auch in Graz zu sehen.

„Beisl, Bier und Bachmannpreis“ - der Untertitel des Stückes gibt die Welt vor, in der Sargnagels Texte beheimatet sind - irgendwo zwischen dem Grind des Lebens und den Verpflichtungen der Kunstwelt, zwischen literarischen Ergüssen und Körperflüssigkeiten. Und in dieser Welt ist sie nun wahrlich die Königin, oder wie Sargnagel es selbst formuliert: „Ich bin die übergewichtige, depressive Version deiner Traumfrau.“

Dieser eigentlich recht lethargischen Traumfrau folgt das Stück beim Flanieren: Zwischen Kindern mit fettigen Haaren in der Straßenbahn und Knackis im Beisl nebenan läuft Sargnagel zur Höchstform auf und man muss eingestehen: Den Zwiespalt zwischen geordneten Verhältnissen und lasterhaftem Leben, zwischen Anpassungsdruck und Individualisierungsexzessen, zwischen Derbheit und Depression, beackert niemand so humorvoll wie Sargnagel.

Strizzihafter Charme
Das Rabenhof Theater teilt die ebenso deftige, wie pointierte Erzählerin auf drei Schauspielerinnen - Miriam Fussenegger, Saskia Klar und Lena Kalisch - auf, die in einer rustikalen Schrankwand (Bühne: Sarah Sassen) sämtliche Klischee-Schubladen aus den Angeln hebeln. Als Begleiter stellt ihnen Regisseurin Christina Tscharyiski den großartigen Voodoo Jürgens samt Band zur Seite, der dem Ganzen mit seinen Songs strizzihaften Charme verleiht.

Ist „Ja eh!“ also wirklich Kult? Ja, sicherlich!

Christoph Hartner
Christoph Hartner

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