Fr, 17. August 2018

Lava vertreibt Retter

08.06.2018 11:04

Guatemala: Schon über 100 Tote nach Vulkanausbruch

Fünf Tage liegt der Ausbruch des Vulkans Fuego in Guatemala inzwischen zurück und noch immer steigt die Zahl der Todesopfer. Wie die Behörden des mittelamerikanischen Landes in der Nacht auf Freitag meldeten, sind mittlerweile 109 Tote zu beklagen. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien zehn weitere Leichen - darunter die eines achtjährigen Buben - geborgen worden. Über 100 Personen werden noch vermisst, die Bergungsarbeiten gehen aber nur schleppend voran, da der Vulkan immer wieder Lava ausspuckt und Regen Schlammlawinen auslöst.

Der 3763 Meter hohe Vulkan war am Sonntag mit voller Wucht ausgebrochen, nachdem er bereits im Mai Rauch und Schlamm ausgestoßen hatte. Glühend heiße Lavaströme zerstörten dabei ganze Ortschaften, Dutzende Menschen verbrannten in ihren Häusern.

Drohnenvideo zeigt Außmaß der Katastrophe:

Staatsanwaltschaft untersucht Vorwürfe
Die Staatsanwaltschaft Guatemalas lässt unterdessen ermitteln, ob die Menschen um den Vulkan rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurden. Zuvor war in den guatemaltekischen Medien Kritik am Katastrophenschutz und dem Institut für Vulkanologie laut geworden. Den Behörden wurde vorgeworfen, das Gebiet um den Vulkan nicht evakuiert zu haben, nachdem der Berg am Sonntagvormittag bereits rumort hatte. Offenbar hatte das Vulkanologie-Institut Alarmberichte veröffentlicht - jedoch sei nicht absehbar gewesen, wo die Lavaströme abgingen.

Guatemalas Regierung bittet internationale Gemeinschaft um Hilfe
Die Regierung Guatemalas, das Außenministerium und der Katastrophenschutz baten die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Es werde eine Anfrage auf Unterstützung gestellt, sagte Außenministerin Sandra Jovel. Benötigt würden unter anderem Ausstattung für Notunterkünfte, mobile Medizineinheiten und Fachärzte.

Die USA kündigten an, Unterstützung nach Guatemala zu entsenden. Notfallausrüstung, finanzielle Hilfe für Essen, Trinken und sanitäre Anlagen werden bereitgestellt. Die US-Luftwaffe hatte zuvor bereits sechs Kinder mit schweren Verbrennungen zur Behandlung in Spezialkliniken nach Texas transportiert.

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