Sa, 20. Oktober 2018

„Rettung“ für Italien

06.06.2018 08:29

Soros: 30 EU-Milliarden für Flüchtlinge und Afrika

Der aus Ungarn stammende US-Milliardär George Soros ruft die EU dazu auf, Italien und Afrika finanziell unter die Arme zu greifen. Italien soll für die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen belohnt werden. Für Afrika stellt der 87-Jährige einen neuen „Marshall-Plan“ auf, der über mehrere Jahre hinweg 30 Milliarden Euro jährlich kosten würde. Grund für diese Forderungen ist seine Angst vor dem Zerfall der Europäischen Union.

Soros zeichnet ein recht düsteres Bild von der Zukunft Europas. Von Italiens neuer Regierung geht seiner Meinung nach große Gefahr für die Union aus. „Der Zerfall Europas ist kein sprachliches Bild mehr, sondern eine harte Realität“, schreibt der Milliardär in einem Gastkommentar für den deutschen „Focus“.

„Macron und Merkel sollen vorangehen“
In die Pflicht nehmen würde er vor allem Emmanuel Macron und Angela Merkel. Frankreichs Präsident und Deutschlands Bundeskanzlerin sollen „die Führung übernehmen und die abweichenden Kräfte innerhalb der EU davon überzeugen“, dass Italien für den Flüchtlingsansturm entschädigt werden müsse, so Soros.

Andernfalls würden die Italiener, die „im Großen und Ganzen überzeugte Europäer“ seien, das Vertrauen in die EU verlieren und die Regierung von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung bei der nächsten Wahl weiter stärken, was in weiterer Folge zu einem Verfall der EU führen könne.

30 Milliarden Euro jährlich für Afrika
Um den Flüchtlingsstrom einzudämmen, fordert Soros einen „Marshall-Plan für Afrika“. Wenn dieser erfolgreich sein soll, würde er „über mehrere Jahre hinweg mindestens 30 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr erfordern“. Dies gehe zwar „weit über das hinaus, was die Mitgliedsstaaten bereit oder in der Lage sind aufzubringen“, man könne die Finanzierung „jedoch durch die Erschließung der weitgehend ungenutzten Kreditkapazitäten der EU bewerkstelligen“, so der Milliardär.

Hier würde der 87-Jährige erneut Deutschland und Frankreich in die Pflicht nehmen. Da die Zukunft der Union derzeit zu ungewiss sei, um einen solchen Finanzierungsplan auf die Beine stellen zu können, sollten Deutschland und Frankreich, wenn es nach Soros geht, die Ausgaben für das erste Jahr übernehmen. Diese wären „zwangsläufig minimal“ und „Peanuts angesichts dessen, was auf dem Spiel steht - nämlich des Zerfalls der EU“.

 krone.at
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