Di, 17. Juli 2018

Vertrauen lohnt sich

05.06.2018 05:03

Ärztliche Erbschleicherei gab´s auch in Linz!

Auch in Linz gab es einen drastischen Fall von Erbschleicherei durch einen Mediziner - das behauptet zumindest ein Angehöriger. 2011 soll ein Arzt seine 96-jährige Patientin und Nachbarin an einem Sonntag mit einem Notar im Spital besucht haben, um sich als Alleinerbe einsetzen zu lassen. Zwei Tage später war die alte Dame tot.

„Meine Tante war fast blind und fast taub. Der Herr Doktor hat sie zwei Tage vor ihrem Tod an einem Sonntag mit einem befreundeten Notar im Spital ein Testament unterschreiben lassen, dass er der Alleinerbe ist“, erinnert sich ein Linzer zähneknirschend an den Coup vor sieben Jahren, der ihn und seine Schwester das Erbteil kostete: „Der Arzt hat sich auch den Wohnungsschlüssel besorgt, die Sparbücher geschnappt und gleich behoben. Der Schaden war zwischen 300.000 und 400.000 Euro“, behauptet der Linzer, der seiner zumindest Fremden gegenüber spendablen Tante nicht wirklich eine Träne nachweint, denn er sagt: „Sie war eine böse Frau.“

Ärzte sind oft Vertrauenspersonen - das lohnt sich für sie
Mediziner, die sich oftmals viele Jahre um hochbetagte Patienten kümmern, sind nicht nur deren Ansprechpartner, sondern auch oft Vertrauenspersonen.

„Habe mich zehn Jahre um sie gekümmert“
So sieht das auch der beschuldigte Linzer Mediziner: „Ich habe mich zehn Jahre um diese Dame gekümmert. Sie hat ihr Vermögen ursprünglich dem Blindenverband vermacht, war dann aber enttäuscht, weil sie nie Besuch erhielt. Als es ihr schlechter ging, hat sie zu mir gesagt: ,Der einzige, der sich wirklich um mich umschaut, bist du.‘“

Adoptivsohn vs Arzt
Um eine Linzer Immobilie im Wert von 1,8 Millionen Euro rittern - wie berichtet - ein Adoptivsohn und ein Arzt. Der Mediziner und Freund der Familie wurde von der 93-jährigen sieben Tage vor ihrem Tod als Alleinerbe eingesetzt.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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