Do, 16. August 2018

Drama auf Schießplatz

01.06.2018 06:15

Explosionsopfer: „Ich hab nur noch Feuer gesehen“

Ob Anklage erhoben wird, soll laut Staatsanwaltschaft Wels bald feststehen: Anfang Februar hatte eine Explosion in der Schießanlage Viecht in Desselbrunn einen Toten (50) und einen Schwerverletzten (62) gefordert. Die „Krone“ sprach mit Franz I. aus Eberstalzell, der nach dem Drama einen Monat lang im Krankenhaus lag.

„Ich hab Verbrennungen an beiden Händen und am Kopf gehabt. Ich bin den ganzen Februar im Krankenhaus gelegen. Von den Oberschenkeln haben’s mir Haut für die Transplantationen entnommen. Erst jetzt war ich wieder für zwei Tage für eine Nachoperation im Spital“, erzählt Franz I. (62). Der Eberstalzeller Jäger hatte als Aufsichtsorgan des SV Viecht am Schießpark des Landesjagdverbandes in Desselbrunn gearbeitet und seinen Bekannten, den aus dem gleichen Ort stammenden Hobby-Schützen Rudi K. (50), begleitet, der ein Selbstladegewehr AUG einschießen wollte.

Zielfernrohr passte nicht
„Der Rudi wollte das Gewehr zuerst im 100-Meter-Kanal einschießen, aber das Zielfernrohr hat nicht gepasst. Deshalb hab ich ihm den Kurzwaffenkanal aufgesperrt, den für die Zehnmeterdistanz. Er ist auf einem Sessel gesessen, hat das Visier korrigiert und geschossen. Plötzlich deutet er wortlos mit dem Kopf zur Seite. Am Boden, so einem brandhemmenden Industrieboden, war eine glosende Stelle. Die war vielleicht fünf oder sechs Zentimeter groß“, berichtet Franz I.

Beim Löschversuch kam es zum Unglück. „Der Rudi ist aufgestanden, wollte mit dem Fuß die Stelle austreten. Dann hab ich’s probiert. Er ging nach rechts zum Ende von dem Teppichboden, schnappte ihn und stürzte auf die Glut. Es ist zu einer Verpuffung gekommen, es hat geblitzt und dann hab ich nur noch Feuer gesehen“, erinnert sich I. - Pulverreste hatten die Verpuffung ausgelöst. In der Folge explodierte im Schießkanal der Munitionsvorrat für ein Wochenende.

Cobra eilte zu Hilfe
Franz I. rief übende Cobra-Leute zu Hilfe. Bei Rudi K. waren 80 Prozent seines Körpers verbrannt, er wurde in ein Wiener Spital geflogen, starb zwei Tage später.

Ob gegen Franz I. und den Schießparkeigentümer - gegen die ermittelt worden ist - Anklage erhoben wird, will die Staatsanwaltschaft Wels demnächst entscheiden.

Video: Explosion in Munitionslager Desselbrunn

Christoph Gantner
Christoph Gantner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.