Mi, 14. November 2018

Protest auf Steam

28.05.2018 11:29

Umstrittenes Game macht Spieler zum Schul-Schützen

Einfach nur „sehr schlechter Geschmack“ oder ein wichtiger Beitrag in der Debatte um strengere Waffengesetze in den USA? Klar ist, das Game „Active Shooter“ sorgt für Kontroverse. Denn neben Mitgliedern einer Spezialeinheit lässt es Gamer auch in die Rolle eines Schul-Schützen schlüpfen.

„Wähle deine Rolle, mach dich bereit und kämpfe oder zerstöre! Sei der Gute oder der Bösewicht. Es ist deine Entscheidung“, heißt es in der Beschreibung zu dem auf der Spieleplattform Steam veröffentlichten PC-Game.  Spieler von „Active Shooter“ könnten sich demnach aussuchen, ob sie in die Rolle eines S.W.A.T.-Teammitgliedes oder die des Schul-Schützen schlüpfen. Der Trailer (siehe oben) zeigt einen Spieler, der durch Klassenzimmer rennt und wahllos Lehrer ermordet. Geplant ist zudem die Veröffentlichung eines „Überlebensmodus“, in dem es als Zivilist dem Schützen zu entkommen gilt.

Derlei Rollenwechsel lassen inmitten der Debatte um strengere Waffengesetze in den USA in den Foren auf Steam und in den sozialen Medien die Wogen hochgehen. Während einige Nutzer in ihren Kommentaren argumentieren, dass „Active Shooter“ lediglich ein Spiel sei, sehen andere darin einen Aufruf zu Amokläufen und dem Töten von Kindern - und fordern daher den Steam-Betreiber Valve offen dazu auf, das Spiel aus seinem Store zu entfernen.

„Sehr schlechter Geschmack“
Kritik kommt jedoch auch von anderer Stelle: „Es ist schrecklich“ und zeuge von „sehr schlechtem Geschmack“, sagte eine Sprecherin der Anti-Waffengewalt-Organisation Infer Trust gegenüber der britischen BBC. „
Warum sollte irgendjemand denken, dass es eine gute Idee ist, so etwas Gewalttätiges zu vermarkten und völlig unsensibel gegenüber dem Tod so vieler Kinder zu sein?"

Entwickler verstehen Aufregung nicht
Die Entwickler des Spiels verstehen die ganze Aufregung um dieses indes nicht. Sie verweisen auf andere via Steam erhältliche Games wie „Hatred“, „Postal“ oder „Carmageddon“, die ihrer Meinung nach viel gewalttätiger sind. „Active Shooter“, betonen sie, „fördere keinerlei Gewalt, erst recht keine sogenannten Mass Shootings" - wie sie sich seit Anfang des Jahres bereits über 20 Mal in den USA ereigneten und dabei mehr als 200 Menschenleben forderten.

Ursprünglich sei das Spiel als reiner S.W.A.T.-Shooter konzipiert gewesen, dann habe man sich jedoch dazu entschieden, weitere Rollen hinzuzufügen. Bis zum finalen Release am 6. Juni will man sich nun überlegen, ob die Rolle des Schul-Schützens im Spiel enthalten bleibt oder gestrichen wird.

 krone.at
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