Di, 14. August 2018

Iraker psychisch krank

17.05.2018 17:09

Mit Messer Mitbewohner getötet: Einweisung!

Einstimmig trafen die acht Geschworenen ihre Entscheidung: Einweisung in die Geschlossene! Dies hatte die Staatsanwältin beantragt. Der Iraker (37), der am 21. Dezember in einem Mittersiller Wohnhaus einen Pakistani (33) abgestochen und einen Zweiten (34) schwer verletzt hat, ist nämlich laut Gutachter paranoid schizophren. Bei seinem Prozess faselte er von Geistern und wirkte verwirrt.

„Es wäre Mord, versuchter Mord und versuchte schwere Nötigung, wenn er zurechnungsfähig gewesen wäre“, betonte Staatsanwältin Katrin Ferstl. Daher auch der Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Denn psychisch krank ist er „zweifelsfrei“, wie Neuro-Psychiater Wolfgang Soukop ausführte und eine „schizoaffektive Psychose“ diagnostizierte: „Er war nicht in der Lage, Unrecht zu erkennen.“ Seine Wahnvorstellungen seien gefährlich. Im Verhandlungssaal des Landesgerichtes Salzburg wirkte der einst im Irak als Polizist tätige durchaus verwirrt: „Mir war egal, ob sie sterben.“  Er sei bedroht und ausgelacht worden, meinte der Iraker, der auch von „Dschinns“ (Geister) sprach.  Mehrfach änderte er seine Aussage. „Ich weiß nicht, warum er mich angegriffen hat“, sagte das Opfer.

Diagnose: Paranoide Schizophrenie!

Drei Jahre haben sie miteinander gelebt, Streit gab es nie.  Der Pakistani, der im Gegensatz zu seinem Landsmann überlebte, hat bis heute noch Schmerzen:  An jenem Dezember-Abend kam der Iraker gegen 22.30 Uhr zu seinem Zimmer, halbnackt, und erkundigte sich nach meinem Befinden, so der Zeuge. „Seine Mimik war erschreckend. Plötzlich hat er mich mit dem Messer attackiert.“ Ein 29-Zentimeter-Küchenmesser, mit dem er mehrmals auf seine Opfer einstach. Sechs Stichverletzungen, allesamt „sehr tief“ und mit „hoher Intensität“ verübt, zählte Gerichtsmediziner Fabio Monticelli beim Getöteten auf.

Iraker setzte selbst Medikamente ab

Auch einem weiteren Mitbewohner, der bedroht wurde, fiel das Gesicht des Irakers auf: „So einen Gesichtsausdruck habe ich in meinem Leben noch nie gesehen.“ Dabei waren die psychischen Probleme des Mannes bekannt. Seit 2013 wurde er behandelt. Nur: Wochen vor der Tat hat er seine Tabletten abgesetzt.

Update: Beim Tatort handelte es sich um ein Wohnhaus im Ortszentrum von Mittersill, und nicht um ein Asylquartier. 

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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