Mo, 25. Juni 2018

Weg aus der Türkei

05.05.2018 11:25

Flucht vor Erdogan: Topstar Sükür jobbt in US-Café

In den 90er- und 00er-Jahren ballerte er die Netze löchrig, wurde achtmal türkischer Meister und gilt bis heute als die vielleicht größte türkische Kick-Ikone überhaupt. Doch davon kann sich Hakan Sükür nichts mehr kaufen. Nach seiner kurzen Karriere als Erdogan-treuer Politiker kam‘s zum Zerwürfnis mit dem Staatspräsidenten. Sükür ergriff die Flucht und lebt heute als Teilbesitzer eines Kaffeehauses in Kalifornien.

Der New York Times gewährte der ehemalige Weltstar vor Kurzem erstmals seit seinem Rückzug aus der Politik Einblicke in sein bewegtes Leben. Nach seiner Fußballer-Karriere schloss sich der einstige Super-Striker der Erdogan-Partei AKP an und zog für diese ins Parlament ein. Als es die AKP mit der Verfolgung der Gülen-Bewegung nach Sükürs Dafürhalten übertrieb, trat er aus.

Kaffeehaus statt Polit-Bühne
Nicht ohne Folgen. Erdogan schreckte vor dem populären Kicker mit dem großen Namen nicht zurück. Er ließ Sükür wegen Präsidentenbeleidigung anklagen und später sogar zur Verhaftung ausschreiben. Das ging Sükür zu weit. Gemeinsam mit seiner Familie flüchtete er in die USA, wo er seit 2015 lebt. In Kalifornien hat er sich mit einem Partner ein Kaffeehaus gemietet, wo er als „Mädchen für alles“ arbeitet, auch als Kellner und an der Bar.

Ob er jemals wieder in die Türkei zurückkehren will, weiß Sükür noch nicht. Seine Freunde würden ihm raten, sich gar nicht mehr politisch zu äußern, dann könnte er sorglos in der Türkei leben. „Aber dann könnte ich mich selbst nicht mehr ernst nehmen“, sagt Sükür zur New York Times.

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